Buchungs- und Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung

Eine Studie des Schweizer Reisebüro Verbands und Allianz Global Assistance

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Kundensegmente
Quelle: Allianz Global Assistance (2012), adaptiert vom ITO.

Die Schweizer Reisebüros ziehen sich trotz schwieriger Wirtschaftslage geschickt aus der Affäre. Wie bereits in den Vorjahren lag auch im Jahr 2011 der Umsatz pro Mitarbeiter bei 1 Million Franken. Das ist eine der Schlussfolgerungen der neusten vom Schweizerischen Reisebüro-Verband in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen durchgeführten Studie. Die Resultate der Umfrage bestätigen, dass die Anzahl der in den Reisebüros eingegangenen Buchungen stabil bleibt und dass sich die Qualität der Beratung als ein wichtiges Kriterium erweist. Mit einer Stichprobengrösse von 1005 Personen handelt es sich um eine repräsentative Umfrage. Sie wird seit 1994 jährlich durchgeführt und ist von grosser Bedeutung, wenn es darum geht, im Tourismussektor innovative Strategien zu definieren.

Die Schweizer reisen gerne. Durchschnittlich macht die Schweizer Bevölkerung 2.6 Mal Ferien im Jahr und die Lust am Reisen bleibt seit mehreren Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Die Wirtschaftskrise hat nur eine sehr geringe Auswirkung auf das Reisebudget der Schweizer. Das Internet ist ein Schlüsselelement der Tourismusindustrie und weiterhin auf dem Vormarsch. Nur 5% der befragten Personen haben keinen Internetzugang. Ein konstantes Wachstum ist auch bei der Nutzung des Internets im Sinne einer Entscheidungshilfe für die Ferienwahl zu verzeichnen (40% im Jahr 2009 und 49% im Jahr 2012), was den Trend hin zu den online-Medien unterstreicht. Gleichzeitig nimmt die Informationsbeschaffung durch Kataloge kontinuierlich ab (30% im Jahr 2009 und nur 20% im Jahr 2012). Nach wie vor eine wichtige Rolle spielen persönliche Empfehlungen von anderen Leuten.

Quelle: Allianz Global Assistance (2012), adaptiert vom ITO.

Online-Buchungskanäle

2012 haben 53% der befragten Personen ihre Reise übers Internet (34% im Jahr 2009) und 22% über ein Reisebüro gebucht. Jeder zweite Schweizer bucht heute folglich über Internet. Trotz des Vormarschs des Internets, ist der Anteil der über ein Reisebüro erfolgten Buchungen in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Die Buchungen über ein Reisebüro haben im Vergleich zu 2011 sogar um 2 Punkte zugenommen (22%).

Quelle: Allianz Global Assistance (2012), adaptiert vom ITO.

Wahl der Fluggesellschaft und der Reiseversicherung

Nach wie vor ausschlaggebend für die Wahl der Fluggesellschaft ist der Preis. Praktische Aspekte wie Flugtag, Flugzeit oder das Angebot an Direktverbindungen werden zunehmend bedeutender. Die Fluggesellschaft spielt keine grosse Rolle. Schnell, komfortabel und kostengünstig ans Ziel zu kommen, hat für den Touristen Priorität.

Bei Abschlüssen von Reiseversicherungen konnten seit Jahren relativ beständige Werte verzeichnet werden. Was die Reiseversicherungsdauer betrifft, unterscheiden sich die folgenden Altersgruppen in ihrem Verhalten: die Jüngeren (15-39 Jahre) ziehen den Abschluss einer Reiseversicherung für die Dauer der Ferien vor, die 40-74-Jährigen hingegen schliessen mit Vorliebe eine Reiseversicherung für die Dauer eines Jahres ab. Natürlich hängt das auch mit dem jeweiligen Budget der Altersgruppen zusammen.

Schlussfolgerungen

Diese Studie zeigt deutlich die Veränderungen im Buchungsverhalten der Touristen auf. Das Internet hat innert kürzester Zeit enorm an Bedeutung gewonnen und es ist absehbar, dass der Vertrieb von Produkten und Leistungen zunehmend online abgewickelt wird. Dabei muss man jedoch differenzieren, denn trotz der enormen Bedeutung des Internets für die Tourismuswelt, darf nicht vergessen werden, dass 2012 immerhin noch 22% der Konsumenten ihre Buchung über ein Reisebüro vorgenommen haben. Die Anzahl der Buchungen blieben seit 2009 stabil. Immer mehr Reisewillige organisieren ihre Reise jedoch selbst. Deshalb gehören Fly & Drive-Angebote und massgeschneiderte Touren zu den Angeboten mit Wachstumspotenzial. Im Bereich der herkömmlichen Ferien wie z.B. bei Städtetouren, Badeferien oder geführten Rundreisen, gehen die Reisebüros von einer Verlagerung auf online-Buchungskanäle aus. Im Bewusstsein dieser Entwicklung stellt eine wachsende Anzahl von Reisebüros ihren Kunden eine eigene Website mit einem einfachen Reservationssystem zur Verfügung. Um jedoch die persönliche Beratung nicht zu vernachlässigen, investieren die Reisebüros weiterhin in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter und in Massnahmen für die Kundentreue.

Quellen

Fédération Suisses des Agences de Voyages, Universität St. Gallen, Allianz Global Assistance (2012). Les agences de voyage tirent leur épingle du jeu malgré un contexte difficile. Communiqué de presse du 4 septembre 2012.

Allianz Global Assistance (2012). Buchungs- und Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung. Medienkonferenz Schweizerischer Reisebüro-Verband / Allianz Global Assistance (Schweiz). 4 septembre 2012.

 

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