Zurück zu klassischen Werten

Synthese vom 26. Januar bis zum 6. Februar 2015

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Market Intelligence
Zurück zu klassischen Werten

Konjunktur-Eintrübung, aber kein langanhaltendes Tief

Der Schweizer Franken hat jüngst eine deutliche Wertsteigerung erfahren, insbesondere im Vergleich zum Euro, zum US-Dollar und zum britischen Pfund. Dieses Emporschnellen der Schweizer Währung ist mit sofortigen Auswirkungen auf die Konjunktur unseres Landes verbunden, denn unsere Exportgüter sind dementsprechend teurer geworden. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) geht von einem Einbruch der Exporte von 1,4% für das erste Halbjahr 2015 aus. Bei einem hypothetischen Wechselkurs bis Ende 2016 von 1 CHF / 1 EUR (Parität) statt 1,20 CHF / 1 EUR und einem tiefen Erdölpreis (50 USD statt 70 USD pro Barrel) rechnet die KOF für die Schweizer Wirtschaft mit einer kurzen Rezession im Sommer 2015 und einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von insgesamt 0,5% für 2015. Die jüngsten Prognosen von BAKBASEL sind etwas weniger dramatisch: So rechnet das Basler Forschungsinstitut mit einem BIP-Schwund für die Schweiz von lediglich 0,2% für 2015 und mit einer Rückkehr zum BIP-Wachstum für 2017: +3,1%. Diese Analyse beruht auf der Annahme, dass sich der Franken-Euro-Kurs zunächst bei Parität stabilisiert und der Schweizer Franken darauf langsam an Wert verliert: 1,05 CHF / EUR im Jahr 2016 und 1,13 CHF / EUR im Jahr 2017.

Laut KOF dürfte die sinkende Nachfrage aus dem Ausland zunächst dazu führen, dass sich die Lagerbestände der Firmen in der Schweiz vergrössern. Erst ab dem zweiten Quartal werden die Schweizer Unternehmer ihre Produktion verringern. Um auf den Exportmärkten weiterhin bestehen zu können, werden sie aber auch ihre Preise zurücknehmen müssen. Preisreduktionen wiederum bedeuten, dass die Bruttomargen für die Exporteure sinken - folglich auch für die Tourismusbranche. Damit verbunden ist eine geschmälerte Investitionskapazität, was der künftigen Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen schadet. Für die KOF und für BAKBASEL birgt der starke Schweizer Franken die Gefahr einer sinkenden Attraktivität der Schweiz bei den Investoren. Diese könnten sich schnell einmal auf Standorte im Ausland besinnen, statt Produktions- und Forschungsaktivitäten in der Schweiz anzusiedeln.

Mittelfristig wird der starke Schweizer Franken also auch Auswirkungen auf die Binnenwirtschaft haben. Zwar bleibt der Privatkonsum gemäss den Prognosen von BAKBASEL zunächst einmal gut (dank sinkender Preise), aber 2016 wird er infolge der zunehmenden Arbeitslosigkeit Einbussen erleiden. Das Konsumwachstum der Haushalte dürfte dann nur noch 1,4% betragen - statt 1,8% für 2015. Die KOF geht von einer Verschlechterung der Beschäftigungslage aus; umgerechnet in Vollzeitstellen liegen die Schätzungen bei -0,3% im Jahr 2015 und -1,8% im Jahr 2016. Die Zahl der offiziell gemeldeten Arbeitslosen dürfte 2015 um 0,2 Prozentpunkte und 2016 um weitere 0,7 Prozentpunkte steigen, was eine höhere Arbeitslosenrate nach internationaler Definition bedeutet. BAKBASEL erwartet eine Arbeitslosenquote von 3,5% für 2015, die KOF bereits 4,4% im Jahr 2015 und 4,9% im Jahr 2016. Schliesslich werden bestimmt zahlreiche ausländische Firmen von ihren Schweizer Lieferanten preisliche Konzessionen verlangen, wenn sie nicht gleich auf andere Lieferanten im Ausland umsteigen. Fazit: Die Auswirkungen des Franken-Schocks auf die Binnenwirtschaft in Form eines Rückgangs der Investitionen und des Konsums sowie einer Zunahme der Arbeitslosigkeit werden die Konjunktur bis Ende 2016 oder länger belasten.

Wegen ihrer starken Abhängigkeit vom Freizeit-Tourismus und von Gästen aus europäischen Ländern werden die alpinen Regionen der Schweiz vermutlich am meisten unter der Währungskrise leiden. Zwar werden gegenwärtig noch keine massiven Annullierungszahlen gemeldet - wenigstens nicht aus dem Haslital (Berner Oberland). Hingegen zeigt man sich in Zermatt besorgt über die möglichen Auswirkungen des Nationalbankentscheids auf den Tourismus. Christoph Bürgin, Präsident von Zermatt und Hotelbetreiber, hat solches der Unterwalliser Tageszeitung „Le Nouvelliste“ anvertraut. Um der Bedrohung etwas entgegenzuhalten, spannen Saas-Fee und Arosa zusammen und bieten ihren Gästen nicht nur beste Qualität, sondern deutlichen Mehrwert. Für den Schweizer Tourismus ist es schlicht nicht möglich, sich über den Preis von der Konkurrenz abzuheben. Deswegen ist es für die Branche wichtiger denn je, die klassischen Stärken der Schweiz als Feriendestination und Kongressstandort herauszustreichen. Schweiz Tourismus hat Hilfe versprochen und will am 23. Februar mit Massnahmen vor die Presse treten.

Verführerisch: direkter Kontakt – über den Bildschirm

Die Effizienz von Reise-Apps ist unschlagbar! Seit sie 2013 ihren Siegeszug angetreten haben, sind sie unentbehrlich geworden. Allerdings ist eine noch so optimierte Navigation auf dem Smartphone nicht alleinseligmachend und im digitalen Zeitalter gewinnt auch der zwischenmenschliche Kontakt wieder an Bedeutung. Zwar ist die Marktdurchdringung von Smartphones bei allen Altersgruppen sehr hoch, was die überragende Bedeutung digitaler Massnahmen auf mobilen Geräten bestätigt. Dennoch setzen gewisse Profis im Tourismus auf ein Zwischending. Auf Websites oder via Apps bemühen sie sich um den direkten Dialog mit dem Kunden.

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