Das Wetter der Sommersaison 2014

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Meteorologie
Das Wetter der Sommersaison 2014

Methode

Die Niederschläge, die Sonnenscheindauer und in geringerem Ausmass auch die Temperatur gehören zu den wichtigsten Wetterparametern für Touristen. Für das ganze Wallis wurden diese Parameter für jeden Monat dieser Sommersaison  mit dem dreissigjährigen Mittel (1981-2010) über 6 Messstationen von MeteoSchweiz verglichen. Es handelt sich um Zermatt (1638 m), Visp (640 m), Montana (1508 m), Sitten (482 m), Gross-Sankt-Bernhard (2472 m) und Aigle (381 m).

Dies erlaubt es, einen Wetterrückblick für die vergangene Saison im Wallis zu erstellen. Da das Wochenende (We)- und Feiertagwetter sich für das Tourismus besonders wichtig erweist, wurde ein Durchschnitt einzig für diese Tage und für jedes Parameter separat berechnet.

Anleitung zur Grafikinterpretation

Die Abweichungen (in %) der Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer zur Norm der Jahre 1981-2010 wurden in einer Grafik zusammengestellt. Wenn die Abweichungen der Niederschlagsmenge (bzw. der Sonnenscheindauer) negativ sind, erweist sich der betrachtete Monat im Vergleich zum langjährigen Mittel als zu trocken (bzw. zu trüb). Wenn die Abweichungen hingegen für beide positiv sind, deutet dies auf einen Niederschlags- sowie einen Sonnenüberschuss hin. Wenn positive Temperaturabweichungen (in Grad Celsius) aufgetreten sind, weist dies auf wärmeres Wetter als normal hin.

Juni 2014: Ideales Bade- und Grillwetter

Im Wallis fiel der erste Sommermonat 2014 deutlich wärmer aus als gewöhnlich (Wärmeabweichung von 1.5°C).Verantwortlich dafür war vor allem die Hitzeperiode vom 6. bis 13. Juni. An diesen acht Tagen überschritten die Temperaturen in Sitten täglich die 30-Grad-Marke und stiegen am Pfingstmontag sogar bis 36.2°C. Das Pfingstwochenende 2014 (7.-9. Juni) war überhaupt das wärmste Pfingstwochenende seit 150 Jahren in der Schweiz. In der zweiten Monatshälfte, während die Temperaturen in tieferen Lagen oft sommerlich blieben, erwiesen sie sich oft leicht unterdurchschnittlich in den Bergen. Die Sonne hingegen, schien häufiger als üblich. Daraus ergab sich ein Sonnenscheinüberschuss von 11%. Statistischer Hinweis: Dieser Überschuss mag bescheiden wirken, aber da die absolute Anzahl Sonnenstunden im Wallis zu dieser Jahreszeit gross ist (ungefähr 240 Sonnenstunden im Juni in Sitten und Visp), ist es statistisch schwieriger, grössere Sonnenüberschussprozente im Sommer als im Winter (durchschnittlich nur rund 70 Sonnenstunden im Dezember im Rhonetal) zu erreichen. Beispiel: Im Juni ergibt ein absoluter Sonnenüberschuss von 40 Stunden nur einen relativen Überschuss von 17 % (von 240 Std.), währenddessen 40 Sonnenüberschussstunden im Dezember einen relativen Sonnenüberschuss von 57% (von 70 Std.) ergeben.

Es regnete deutlich weniger als üblich (zirka 40 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge). Dieser Mangel war in der Region von Sitten besonders ausgeprägt (1/3 der Durchschnittsmenge). Im Zeitraum zwischen dem 1. und 21. Juni, ergab die kumulierte Niederschlagsmenge nur knapp 2 mm.

Erwähnenswert ist, dass wegen zahlreichen Gewitterlagen, heftige Gewitter niedergingen. Dies führte lokal zu ziemlich grossen Niederschlagsmengen, aber die umliegenden Gebiete blieben trotzdem mehrheitlich trocken.

Wenn man die Wetteranalyse nur auf die Wochenenden und Feiertage vom Juni 2014 begrenzt, ergeben sich ähnliche Zahlen wie der Monatsdurchschnitt. Dies bedeutet, dass die freien Tage auch sonniger, trockener und wärmer als normal ausfielen. An diesen Tagen betrug der Wärmeüberschuss sogar 2.3°C.

Juli 2014: Dauerregen und kalt

Das Wetter vom Juli 2014 unterscheidet sich wesentlich von demjenigen vom Juni 2014: Es war zu kühl, viel zu nass und zu wenig Sonnenreich. Das Wärmedefizit betrug für das gesamte Wallis 1.2 Grad im Vergleich zur Referenzperiode 1981-2010. In den Bergenstationen betrug die negative Wärmeabweichung sogar 1.5°C, während sie weniger als 1°C in den tieferen Lagen erreichte. Die kühleren Temperaturen in höheren Lagen sind typisch für eine tiefdruckbestimmte Wetterlage. Es war aber nicht ausserordentlich kühl – Im Juli 2011, zum Beispiel, war es kälter. In Sitten und in Visp herrschten während 18, bzw. 17 Tagen wenigstens Höchsttemperaturen von 25 Grad. Es sind die Rekordniederschläge und die Rekordsonnenarmut, die diesen Juli kennzeichneten ( http://www.meteosuisse.admin.ch/web/de/wetter/wetterereignisse/intensiver_dauerregen.html).

Somit regnete es mehr als doppelt so viel wie durchschnittlich im Wallis (Überschuss von 132%). Das Chablais, das Südwallis und das Oberwallis waren speziell betroffen. Dort erreichten die Niederschlagssummen fast das Dreifach des Normwertes. In zahlreichen Regenmessstationen, die generell Daten seit 1961 aufzeichnen, wurden neue Rekorde registriert: Aigle, Bex, Fionnay, Evolène-Villa, Mottec, Grimentz, Visp, Ackersand/Stalden, Zermatt, Saas-Fee, Brig, Simplon-Dorf, Binn, Fieschertal et Ulrichen. Die letzten Niederschlagsrekorde für den Monat Juli stammten aus den Jahren 1965, 1973, 1981, 2007 oder 2008. Zum Vergleich: Die Niederschlagssumme in Fionnay vom Juli 2014 (260 mm), entspricht der Niederschlagssumme von 6 Monaten in Ackersand/Stalden. Diese Region ist die trockenerste der Schweiz. In dieser Station wurden jedoch auch 116 mm im Juli 2014 gemessen. Dies entspricht der Niederschlagssumme für 2.5 Monate.

Im Juli 2014 war die Sonne Mangelware. Sie zeigte sich 2/3 weniger als normal. Das Sonnenscheindefizit beträgt konkret 39%. Statistische Note: Diese Zahl scheint nicht spektakulär, aber diese relative Zahl stützt sich im Juli auf eine grössere absolute Sonnenscheindauer im Vergleich zum Winter. Jedes Prozent mehr/weniger hat auf grössere Werte mehr Gewicht und wirkt sich deutlich ausgeprägter auf die absolute Zahl der Sonnenscheinstunden im Sommer als im Winter aus. In Sitten zum Beispiel, schien die Sonne nur 170 Stunden dieses Jahr im Vergleich zu 293 Stunden im Juli 2013. In anderen Worten: -39% Sonne im Vergleich zum Normwert 1981-2010 wäre weniger dramatisch in den Wintermonaten als im Sommer. Das Ausmass dieses Defizits generierte neue Rekorde: Alle Rekorde wurden teils deutlich im ganzen Wallis gebrochen, d.h. in allen sechs Referenzstationen (Aigle, Grosser Sankt Bernhard, Sitten, Crans-Montana, Visp und Zermatt). Auch weitere Walliser Stationen verzeichneten Rekordwerte. Die meisten vorgegangenen Rekorde stammten aus dem Jahr 1980, aber auch 1997, 2000 oder 2005. In Sitten wurden zum Beispiel 199 Sonnenstunden im Juli 1980 gemessen - im Juli 2014 nur 170.

Schwacher Trost: Der Niederschlagsüberschuss erwies sich als geringer an den Wochenenden als an den Werktagen. Die Samstage und Sonntage waren auch wärmer als die Werktage. Dafür schien die Sonne seltener an den Wochenenden (nur die Hälfte im Vergleich zum langjährigen Mittel der Sonnenscheindauer 1981-2010).

Und zum Schluss: Das schlechte Wetter begrenzte sich allem auf den Alpenraum. Aus Skandinavien zum Beispiel, wurden ausserordentliche Hitze und Trockenheit gemeldet… (http://www.wetter.at/wetter/welt-wetter/Wetter-Schweden-Norwegen-Finnland/150502252).

August 2014 : Unfreundliches Wetter

Ähnlich wie der Juli 2014 erwies sich auch der August 2014 als wenig sommerlich: Er war geprägt durch tiefere Temperaturen als üblich, weniger Sonne als normal und überschüssige Niederschläge – ganz im Kontrast zur gleichen Periode der drei vergangenen Jahre. In der Tat fielen der August 2011 und 2012 sehr heiss und 2013 besonders sonnenreich und trocken aus.

Das Wärmedefizit des Augusts 2014 beträgt rund 1.2°C für das gesamte Wallis im Vergleich zum Mittelwert 1981-2010 oder 0.3°C im Vergleich zum Mittelwert 1961-1990. Im Gegenteil dazu gab es im August 2011 und 2012 einen Wärmeüberschuss von 3.5°C, respektive 2.0°C im August 2013 zum langjährigen Mittel 1961-90. Es sei jedoch zu erwähnen, dass das diesjährige Temperaturniveau regelmässig in den 1980er Jahren beobachtet wurde und damals als typisches Sommerklima für die Schweiz galt. (http://www.meteosuisse.admin.ch/web/de/klima/klima_heute/monatsflash/bulletin201408.Par.0001.DownloadFile.tmp/klimabulletinaugust2014.pdf  ). Der Unterschied zwischen den Normwerten von 1961-90 und 1981-2010 zeigen diese Erwärmung am Ende des 20. Jahrhunderts an. Ähnlich wie im Juli 2014 war das Temperaturdefizit ausgeprägter in den Bergen als in tieferen Lagen.

 

Schwacher Trost: Sowohl das Sonnenscheindauerdefizit als auch der Niederschlagsüberschuss waren bescheidener im August als im Juli 2014. Somit lag das Sonnenscheindauermanko bei 15% der Norm 1981-2010, was deutlich unter der Juli-Marke (40%) liegt. Immerhin: Das Wallis war die Schweizer Region mit dem geringsten Sonnenscheindefizit im August!

In anderen Regionen erreichte diese Sonnenarmut das Doppelte (30%) oder auf den Berggipfeln sogar das Dreifache (45%) (http://www.meteosuisse.admin.ch/web/de/klima/klima_heute/monatsflash/bulletin201408.Par.0001.DownloadFile.tmp/klimabulletinaugust2014.pdf  ). Der Niederschlagsüberschuss erreichte ein Plus von 24%. Noch dieser Wert liegt weit von der Julimarke (+132%) entfernt.

Meteorologische Erklärung dieses Phänomens: Die kühleren Temperaturen in höheren als in tieferen Lagen, das Sonnenscheindefizit und der Niederschlagsüberschuss deuten an, dass im Juli und im August 2014 eine tiefdruckbestimmte Wetterlage vorherrschte. Das geringere Sonnenscheindefizit im Wallis gegenüber der übrigen Schweiz und die deutlich geringeren Niederschläge im August als im Juli zeigen an, dass die Tiefs eine nördlichere Bahn im August als im Juli zogen. Während die Tiefs im Juli direkt in die Bucht von Genua über den Alpenraum zogen, herrschten Sonne und Hitze in Skandinavien vor. Im August gab es in dieser Region eine Wetterverschlechterung, während es im südlichen Europa hochsommerlich heiss wurde. Im August lag die Schweiz oft südlich dieser Tiefdruckgebiete, was ungewöhnlich starke Westwinde für diese Jahreszeit verursachte.

 

Wenn man die Wetteranalyse nur auf die Wochenenden und Feiertage vom August 2014 beschränkt, erwies sich das Wetter als weniger sonnenarm (Defizit von 12%) und weniger kühl (Temperaturabweichung von -1.0°C im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010) als wenn der ganze Monat berücksichtigt wird. Dies bedeutet, dass die freien Tage im Allgemeinen weniger unfreundlich waren, auch wenn die Niederschläge an Wochenenden und Feiertagen etwas überschüssiger ausfielen.

 

Vergleicht man die Jahreszeiten im 2014 mit dem 2013, verlief das Wetter ganz unterschiedlich: 2014 war geprägt von einem warmen Winter und Frühling, sowie feuchtkühlen Sommer. Im 2013 herrschte ein strenger Winter, ein feuchtkaltes Frühjahr und ein sonniger und heisser Sommer. Zum Schluss ist noch folgendes erwähnenswert: Auch wenn der Sommer 2014 in der Schweiz recht unfreundlich war, brach das Quartal Juni-Juli-August in der ganzen Welt Wärmerekorde seit Messbeginn im Jahr 1880 (http://www.meteosuisse.admin.ch/web/fr/meteo/actualite_meteo/Ete_2014_le_plus_chaud_au_niveau_mondial.html ) (Bericht nur auf Französisch erhältlich).

September 2014 : Altweibersommer

Nachdem Juli und August einen wenig sommerlichen Eindruck hinterliessen, war der September 2014 von Sonne, Wärme und vor allem Trockenheit geprägt. Dadurch erwies sich dieser Monat als sehr günstig für Freiluftaktivitäten. Es sei zu vermerken, dass das Wetter im September 2013 auch ziemlich schön war, jedoch nicht so badetauglich wie dasjenige vom September 2014. Im Gegensatz dazu fielen September 2012 und September 2010 weniger wetterfreundlich aus.

Im Wallis war der diesjährige September wärmer als der Normwert 1981-2010 (Wärmeüberschuss von 1.2°C). Die Temperatur lag jeden Tag des Monats über dem Mittelwert, mit Ausnahme der ersten drei Tagen und der Periode vom 23. bis 26. September. Die Perioden vom 6. bis 10., 15. bis 20. und 28. bis 29. September waren sogar ausgesprochen warm. Seit 2010 fiel nur der September 2011 wärmer aus als der diesjährige http://www.meteosuisse.admin.ch/web/de/klima/klima_heute/monatsflash/bulletin201409.Par.0001.DownloadFile.tmp/klimabulletinseptember2014.pdf ).

 

Mit einem leichten Sonnenüberschuss von 7% für das ganze Wallis geizte die Sonne nicht mit scheinen. Die grosse Niederschlagsarmut unterscheidet diesen September von den vergangenen Jahren: Das Niederschlagsdefizit erreichte 68%. In anderen Worten ausgedrückt, regnete es nur ein drittel der Norm. Sogar der schöne und warme September 2011 war feuchter als der gleiche Monat im 2014. Das trockene Wetter war auch für die Traubenreife ein Segen. Ende August befürchtete man eine so geringe Weinlese wie im 2013. Anfang Oktober hat sich dies zum Glück jedoch nicht mehr bewahrheitet.

 

Der Wechsel von Hochdruckwetterlagen, Südwestlagen, Störungen, die hauptsächlich am Rand der Schweiz vorbeizogen und Flachdruckwetterlagen sind die Gründe für diese gute Wetterbilanz. Erklärung Flachdruckwetterlage: Um die Schweiz herum sind die Luftdruckgegensätze gering. Der Luftdruck ist weder hoch noch tief und somit hat es nur wenig Wind. Im Sommerhalbjahr ist das Wetter oft ziemlich sonnig, aber im Verlauf des Tages können sich Quellwolken über den Bergen bilden. Diese Wolken türmen sich vor allen in der zweiten Tageshälfte über den Bergen auf und können Wärmegewitter auslösen. Diese Wetterlage blieb bis zum 20. September im Wallis vorherrschend und bescherte das sommerliche Wetter mit guter Fernsicht in den Bergen am Morgen und deutlich weniger guter Sicht am Nachmittag. Zwar wuchsen die Quellwolken im Laufe des Tages an, wandelten sich aber kaum in Gewitterwolken um, da die Sonne weniger Kraft als im Hochsommer hatte. Die Quellwolken reduzierten zwar die Sonnenscheindauer (deshalb für diesen Monat ein relativ bescheidener Sonnenüberschuss), lösten aber selten ergiebige Niederschläge aus. Wenn diese Wetterlage im Spätfrühling oder im Hochsommer vorherrschend gewesen wäre, hätte es mehr Schauer und Gewitter gegeben. Die Niederschläge wären nicht so defizitär ausgefallen.

 

Zum Abschluss fiel das Wetter an den Wochenenden von September 2014 sogar noch günstiger als an den Werktagen aus: Die Sonnenscheindauer lag 30% über der Norm (im Vergleich zu 7% für alle Tage des Monats) und der Wärmeüberschuss erreichte 2 Grad (im Vergleich zu 1.2 Grad für alle Tage des Monats). Die Niederschläge der freien Tage vielen im Gegenteil weniger defizitär aus (die Hälfte der Norm) auf den ganzen Monat betrachtet (ein Drittel der Norm). Das hängt mit dem Durchgang der Störung am Sonntagabend, 21. September zusammen.

Oktober 2014 : Rekordwärme

Der Oktober 2014 erwies sich als ausserordentlich warm. Die Schweiz erlebte den viertwärmsten Oktober seit Messbeginn vor 150 Jahren. Oktober 2013 fiel schon sehr mild aus – auch er war der viertwärmste Oktober seit Messbeginn landesweit. Der diesjährige Oktober verwies also den letztjährigen auf den

5. Platz. In Sitten, Genf und in den tieferen Lagen des Tessins war Oktober 2014 sogar auf dem Podest, entweder mit dem zweiten oder sogar ersten Rang seit Messbeginn im Jahr 1864 (http://www.meteosuisse.admin.ch/web/de/klima/klima_heute/monatsflash/bulletin201410.Par.0001.DownloadFile.tmp/klimabulletinoktober2014.pdf ). Der frühere Rekord-Oktober stammte aus dem Jahr 2001.

 

Im Wallis erreichten die Wärmeüberschüsse 2.3°C für Oktober 2014 und 2.0°C für Oktober 2013, was beträchtlich ist. Als Vergleich dazu erwiesen sich Oktober 2012 und 2011 als deutlich weniger mild. Ihre Wärmeabweichungen betrugen 0.6°C, bzw. -0.3°C im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010. Somit fiel der Monat Oktober 2014 vier Mal wärmer aus als Oktober 2012. Im Rhonetal war es besonders warm da hier oft der Föhn und nicht nur eine reine Hochdruckwetterlage, welche Temperaturinversionen begünstigt, vorherrschte. Diese Inversionen kamen erst in der letzten Monatswoche auf, als sich eine längere Hochdruckperiode einstellte.

 

Der Altweibersommer setzte sich also im Oktober 2014 fort und wirkte sich nicht nur auf die Temperaturen, sondern auch auf die Sonnenscheindauer und die Niederschlagsmenge aus. Gerade diese beiden Wetterparameter unterscheiden den Oktober 2014 vom Vorjahr: In diesem Jahr wurde ein leichter Sonnenscheindauerüberschuss von 10% gemessen (letztes Jahr ein leichtes Defizit) und ein Niederschlagsdefizit von 32% (letztes Jahr ein Überschuss). Dies ist darauf zurückzuführen, dass es im Oktober 2013 mehr Tiefdruckwetterlagen gab. Ausserdem kamen häufige Föhnlagen sowohl im 2013 als im 2014 vor. Im Oktober 2012 schien die Sonne weniger oft als üblich, währenddessen sie im Oktober 2011 viel häufiger am Himmel stand (Überschuss von 30%).

 

Ähnlich wie im September 2014 fiel das Wetter an den Wochenenden von Oktober 2014 freundlicher aus als dieses der Werktage. Die Sonnenscheindauer der Samstage und Sonntage lag 18% über der Norm (im Vergleich zu 10% für alle Tage des Monats) und das Niederschlagsmanko erreichte 46% (im Vergleich zu 32% für alle Tage des Monats). Somit regnete es nur etwa halb soviel wie üblich an den Wochenenden im Oktober 2014. Ausserdem zeigte sich der Wärmeüberschuss speziell deutlich, da er den Durchschnitt an den freien Tagen um 3 Grad überschritt. Tatsächlich fiel in diesem Monat weder ein Samstag noch ein Sonntag kälter als das langjährige Mittel 1981-2010 aus. Generell erwiesen sich nur der 22., 23., 24., 28. und 29. Oktober als weniger mild als normal. Und diese Daten vielen auf Dienstage, Mittwoche, Donnerstage oder Freitage.

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