Welche Bilder für die Schweizer Tourismusdestinationen ?

Synthese vom 9. März bis zum 5. April 2014

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Market Intelligence
Welche Bilder für die Schweizer Tourismusdestinationen ?

Die Tourismusdestinationen in Bildern auf Instagram

Die mobile App Instagram verführt vier Jahre nach deren Einführung nicht nur Privatpersonen, sondern auch Marken – insbesondere diejenigen, welche für eine Tourismusregion stehen: so haben Tourismus Montréal, San Francisco Travel, Los Angeles Tourism & Convention Board und das Tourismusbüro der Stadt Philadelphia ein Konto bei Instagram und weitere werden folgen. Gemäss der digitalen Kommunikationsagentur „Kindai“ ist die Nachfrage auf jeden Fall vorhanden, denn 46% der Internetnutzer aus Frankreich schauen sich regelmässig die Konten bestimmter Marken an und bei mehr als der Hälfe von ihnen sind Tourismus- und Reisemarken dabei. Immer mehr Tourismusdestinationen, die auf Webmarketing und die Begeisterung für Selfies - eine Art Selbstporträt mit der Digitalkamera - setzen, sind zumindest passiv auf Instagram vertreten. Auch wenn sich die Manager der Destinationen Mühe geben, setzen sie Instagram jedoch häufig noch zu wenig effizient ein, indem sie sich darauf beschränken, Fotos zu posten.

Kommunizieren auf Instagram bedeutet jedoch nicht nur Fotos zu posten, sondern auch sich mit anderen Benutzern auszutauschen, um das Engagement der Fans zu steigern. Das heisst einerseits, die Fotos der anderen Benutzer zu kommentieren und andererseits, die eigenen Fotos zu beschreiben und zu teilen, so dass die Person, welche hinter einem Konto steht, wahrgenommen werden kann. Spätestens wenn die beliebtesten Instagramnutzer aufgrund des Austauschs zwischen den verschiedenen sozialen Plattformen noch mehr an Ausstrahlungskraft gewinnen, ist es für die Destinationen an der Zeit, diese zu berücksichtigen. Denn diejenigen Nutzer zu identifizieren, welche am einflussreichsten sind, d.h. diejenigen, welche aufgrund ihres Status oder ihrer häufigen Internetpräsenz das Konsumverhalten ihrer Fangemeinschaft beeinflussen, könnte in der Tat der Schlüssel zum Erfolg sein. Bestimmte Destinationen setzen diese sogar als Botschafter ihrer Marke ein, ein bisschen nach dem Vorbild des Tourismusbüros von Philadelphia, welches im April 2013 einer Handvoll Fotografen, welche trendy Fotos machen, freien Zugang zu seinem offiziellen Konto gewährten, damit die abonnierten Gäste die Fotos sehen können.

Deutschland, ein Hauptmarkt auf absteigendem Ast?

Die Bucht der Cala Figuera, der Duft der blühenden Orangenbäume von Biniaraix, die Dörfer der Tramuntana… Auch wenn Mallorca die Deutschen immer noch zum Träumen bringt, verbrachte ein grosser Teil der Deutschen ihre Ferien 2013 im eigenen Land: fast jeder zweite Deutsche blieb während der Ferien in Deutschland; mit Vorliebe in den Badeorten an der Nordsee oder in den bayerischen Alpen. In diesem Zusammenhang spielt sicher auch die Überalterung der Gesellschaft eine wichtige Rolle: denn mit zunehmendem Alter scheinen die Leute einen Kuraufenthalt in einer aus der Kindheit bekannten Gegend einer abenteuerlichen Reise in einem weit entfernten Land vorzuziehen. Die grossen Städte wie Berlin oder Frankfurt verführen zwar auch, sie ziehen jedoch eine jüngere und internationalere Klientel an. Ob in der Stadt oder auf dem Land, die Deutschen entdecken ihre Heimat neu. Die wirtschaftliche Lage und politische Ereignisse wie die Unruhen in Ägypten erklären ebenfalls teilweise, weshalb die Deutschen es vorziehen, ihren Urlaub zu Hause zu verbringen. Das Jahr 2013 hat also nichts daran geändert, dass die deutschen Logiernächte in der Schweizer Hotellerie abnehmen. Ganz im Gegenteil, der Trend wurde sogar bestätigt: Deutschland kehrt der Schweiz den Rücken zu. Auch wenn die Hotellerie eine Qualitätsoffensive startet, wird es nach der Abstimmung vom Februar 2014 schwierig sein, diesen Hauptmarkt zurückzuerobern.

Im Gegensatz hierzu läuft es auf dem chinesischen Markt sehr gut: mit fast einer Million Logiernächten in der Schweiz, handelt es sich dabei um den fünftwichtigsten ausländischen Markt für den Schweizerischen Tourismussektor. Es kommt sogar noch besser: dank der Investitionsmassnahmen für Leuchtturmprojekte in den Tourismusdestinationen wie beispielsweise für den Hotelturm, welcher von Mario Botta entworfen wurde, aber auch dank der kürzlich eingeführten Ausbildung zum chinesischen Skilehrer in der Schweiz, könnte sich der Anteil des chinesischen Markts weiterhin vergrössern. Die chinesischen Touristen schätzten das Vorhandensein von chinesischen Skilehrern sehr. So können sie sich beispielsweise von Li Yuanling in der eigenen Sprache über die Skipisten begleiten lassen. Dementsprechend will Schweiz Tourismus den Chinesen den Wintersport in der Schweiz schmackhaft machen. Für Wintersportregionen wie das Wallis ist dies erfolgsverheissend. Weniger wohl jedoch für die Biosphäre Entlebuch, welche eher auf ausserirdische Kunden setzt…

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