Die pflanzliche Faser des veganen und vegetarischen Tourismus

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Kundensegmente
Die pflanzliche Faser des veganen und vegetarischen Tourismus

Vegetarische und vegane Ernährung ist heute für die Lebensmittelindustrie von grosser Bedeutung. Sie gewinnt auch im Tourismussektor an Wichtigkeit. Eine Skizze der Situation in der Schweiz und in unseren deutsch- und französischen sprachigen Nachbarländern.

Definition von Little Robert 2015: "Vegan" (das Individuum): "Person, die in der Praxis jedes Produkt tierischer Herkunft so weit wie möglich vermeidet und einen Lebensstil annimmt, der Tiere respektiert (Kleidung, Kosmetik, Freizeit...)". Der Vegetarier akzeptiert den Konsum von Produkten tierischen Ursprungs (Milch, Eier, Käse). Ein kurzer Überblick über diesen Lebensstil, welcher an Bedeutung gewinnt und sicherlich nicht nur für den Schweizer-, sondern auch für den Walliser Tourismus wichtig ist. Pflanzliche und fleischlose Lebensmittel sind bei den Besuchern aus der deutschsprachigen Schweiz und bei Besuchern aus Deutschland sehr beliebt.

Fleischloses Konsumverhalten gewinnt an Bedeutung

Das Konsumverhalten ohne Fleisch wird immer attraktiver. Ein gutes Beispiel dafür ist der multinationale Schweizer Konzern Nestlé, der gerade seinen ersten veganen Hamburger auf den Markt gebracht hat. Er wird zunächst auf dem deutschen Markt erhältlich sein, in Hamburg, der Heimat des gleichnamigen berühmten Rindersteak-Sandwiches. Wenn die Lebensmittelriesen in diesem Segment auftauchen, ist das ein Zeichen dafür, dass es sich um keine vorübergehende Modeerscheinung handelt….

Tatsächlich scheinen sich neue Konsumverhalten, welche das Ergebnis eines erweiterten Bewusstseins für das Tierleiden und ökologische Fragen im Zusammenhang mit der Fleischproduktion (Umweltverschmutzung, erhöhter Wasserverbrauch usw.) sind, durchzusetzen. Dieser Trend bietet solide Perspektiven. Nach Angaben von Nestlé wird erwartet, dass pflanzliche Lebensmittel innerhalb von zehn Jahren einen Umsatz von rund 1 Milliarde US-Dollar generieren werden.

Tomates

 

Ethischer und gesunder Lebensstil: zwei Trends, die der veganen und vegetarischen Gastronomie zugute kommen.

Veganer ärgern einige, aber wenn sie stören, dann vor allem, weil sie die Exzesse einer von der Natur getrennten städtischen Gesellschaft anprangern und auf die Exzesse der Lebensmittelindustrie hinweisen. Ein ethischer und gesunder Lebensstil sind Megatrends, die die Welt und die Tourismusbranche in den kommenden Jahren prägen werden, so Euromonitor International, einer der Weltmarktführer in der strategischen Marktforschung. Und die vegane oder vegetarische Ernährung passt perfekt zu diesen beiden Trends. Tatsächlich sind die Veganer sehr verantwortungsvoll gegenüber:

  • dem Tierschutz
  • dem Klimawandel
  • ihrem ökologischen Fussabdruck
  • ihrem Wohlbefinden, ihrer Ernährung und ihrer Gesundheit

 

Profil des Schweizer veganen oder vegetarischen Konsumenten

In der Schweiz essen gemäss einer im Jahr 2017 durchgeführten und vom Verband Swissveg in Auftrag gegebenen Umfrage 14% der Bevölkerung vegetarische oder vegane Lebensmittel (11% Vegetarier, 3% Veganer). In der deutschsprachigen Schweiz gibt es mehr Vegetarier als in der französischsprachigen Schweiz (12% gegenüber 5%). Tatsächlich achtet etwa ein Drittel der Bevölkerung bewusst auf eine Ernährung mit wenig oder gar keinem Fleischkonsum.

Zudem essen Schweizer Frauen weniger Fleisch als Männer! Die Ergebnisse zeigen ebenfalls, dass eine grosse Anzahl der Vegetarier Frauen sind, die in der Stadt leben oder arbeiten. Die Schweizer Kette veganer und vegetarischer Restaurants «Tibits» hat täglich tausend Besucher von denen die Mehrheit Frauen sind. Zudem ist bemerkenswert, dass 80% dieser Kunden nicht unbedingt Vegetarier oder Veganer sind.

Gemäss der Swissveg-Umfrage 2017 ist der "durchschnittliche" Veganer in der Schweiz zwischen 15 und 34 Jahre alt. Dieser Lebensstil ist von bedeutendem Interesse und hat grosses Entwicklungspotenzial. Obwohl es unter den Jugendlichen mehr Vegetarier und Veganer gibt, sind sie derzeit in allen sozialen Schichten vertreten. Zudem « zeigen die Zahlen deutlich, dass die Schweizer Bevölkerung eine positive Wahrnehmung von vegetarischer und veganer Ernährung hat. »

 Tibits De

Quelle : Swissveg

 

Schweizer Restaurantkette Tibits: vom Gemüse bis zu allen Saucen

Die in Zürich gegründete vegetarische und vegane Marke «Tibits» hat sich in vielen Kantonen der deutschsprachigen Schweiz etabliert. In der Westschweiz wurde vor zwei Jahren das erste Restaurant in Lausanne eröffnet. Seitdem bewirbt Lausanne Tourismus seine veganen / vegetarischen Restaurants auf einer Website, welche der internationalen Kundschaft gewidmet ist. Mens sana in corpore sano sagten die Römer vor 2.000 Jahren. «Tibits» wendet diese Devise gewissenhaft an, denn das Restaurant bietet seinen Kunden zwischen 7 und 8 Uhr Yogakurse an, gefolgt von einem Frühstück im Birchermüsli-Stil, kombiniert mit frischem Fruchtsaft.

Tibits

Quelle : Tibits

Das Unternehmen zeigt auch stolz seine Umweltwerte, insbesondere für den Klimaschutz. Mit aussagekräftigen Zahlen betont das Unternehmen, dass es bei der Auswahl der Lebensmittel vorsichtig ist. Es versucht, seinen CO2-Fußabdruck durch die Auswahl einer Reihe von klimafreundlichen Produkten zu reduzieren.

 

Vegane Reiseveranstalter

Der deutsche Reiseveranstalter Vegan Travel organisiert Kreuzfahrten, die ganz nach der veganen Philosophie, für Luxuskunden gestaltet sind. Die Passagiere treffen dort auf Köche, welche Kochkurse auf der Basis von Gemüseprodukten anbieten. In der Kabine stellt das Unternehmen sicher, dass es zu 100% ethische Produkte anbietet. Nach einer Reiseroute in Norwegen im September 2017, an der 1.000 Reisende teilnahmen, organisiert der Spezialist im Frühjahr 2020 eine neue, achttägige Kreuzfahrt nach Chile und Patagonien.

Vegan Agency De

Quelle : Vegan Travel

 

«In Frankreich,» so Yasmine Haun, Direktorin von EcoTours, einem auf verantwortungsbewusstes und ökologisches Reisen spezialisierten Reiseveranstalter, "zieht der Veganismus immer mehr Menschen an",. sie spricht gar von einem "Aufholen" ihres Landes zu England oder Deutschland, den beiden Schwergewichten der Branche.

EcoTours hat deshalb zum ersten Mal eine Reihe von Aufenthalten in Frankreich gestartet, die darauf abzielen, fleischlose Mahlzeiten anzubieten, aber auch neue Wege des veganen Anbaus zu entdecken: Zum Beispiel den Besuch eines Weinbergs, der in biologisch-dynamischer oder ökologischer Landwirtschaft geführt wird. EcoTours plant seine Reisenden mit Menschen zusammenzuführen, die vegan leben, wie z.B. Ladenbesitzer und Gastronomen. Der Reiseveranstalter möchte damit jedoch nicht nur auf eine Anfrage seiner deutschen Kunden reagieren. Die Franzosen beginnen ebenfalls, sich dafür zu interessieren, auch wenn das Bœuf bourguignon weitere gute Tage vor sich hat.

 

Ecotours De

Quelle : EcoTours, séjours vegan

 

Referenzen

Le burger vegan de Nestlé va débarquer dans les assiettes au printemps prochain, 24 Heures, 5 mars 2019

Boumphrey, Sarah et Zandi Brehmer. « Megatrend Analysis: Putting the Consumer at the Heart of Business », euromonitor.com, janvier 2019.

Geerts, Wouter. « Megatrends Shaping the Future of Travel », euromonitor.com, janvier 2019.

Nault, Chantal. Connaître les mégatendances pour innover, réseau veille tourisme, Canada, 26 février 2019

Les vegans ont presque raison. Le Temps, 2 mars 2018

L’abattoir de Martigny dans le viseur des antispécistes, Le Nouvelliste, 12 février 2019

Tibits stories. Plaisir et respect de l’environnement, 20 février 2019

Tibits stories. Yoga matinal chez Tibits, 7 mars 2019

Le tourisme vegan, une tendance qui va se développer en 2019, metro, 5 janvier 2019

France Ecotours lance une offre de séjours véganes, Vegan France Interpro, 1er février 2019

Sondage végé 2017, Swissveg 2017

Des Zurichois végétariens à la conquête des Vaudois, Le Temps, 23 novembre 2017

Oublier les végans. « Utopique ! » Gastro journal, 24 août 2017

 

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