Der Frühling kommt, Neues steht an

Synthese vom 23. März bis 3. April 2015

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Market Intelligence
Der Frühling kommt, Neues steht an

Es brodelt in der Marketingabteilung

Travel Alberta (Kanada) experimentiert mit den Möglichkeiten von Instagram und integriert auf seinem Account auch Inhalte von Privaten. Damit nimmt die Organisation das Risiko in Kauf, dass sich ihr offizielles Gesicht verändert. Auch das Fremdenverkehrsamt von Auxerre (Frankreich) zieht auf Instragam mit und belohnt jedes Jahr die zehn besten Instagram-Botschafter der Stadt. Warum? Es ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass mobile Applikationen wie Instagram die Entscheidungsfindung der Konsumenten beeinflussen. Mit 200 Millionen aktiven Nutzern pro Monat stellt Instagram ein hervorragendes Kommunikationsinstrument dar, um ein junges Zielpublikum zu erreichen. Im Rennen um gute Kommerzialisierungsgelegenheiten hat jedoch auch E-Mail immer noch seinen Platz, meint die Marketing-Agentur „Ryan Solutions“. Man muss dabei nur die Ratschläge von Bobby Aguirre, E-Marketing-Spezialist bei „Amadeus North America“ beachten. Jedoch schiessen Medien und Produkte wie Pilze aus dem Boden, weshalb Werbeakteure Mittel und Wege finden müssen, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten immer wieder neu auf sich zu lenken. Dazu ist es nützlich, den Entscheidungsfindungsprozess je nach Kundensegment zu untersuchen, was bedeutet, dass die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden bei jeder Etappe des Entscheidungswegs analysiert werden müssen. Den Experten von Trendwatching zufolge wird jedoch die wachsende Unsicherheit in Bezug auf das vermutliche Verhalten der Konsumenten in Abhängigkeit von soziodemografischen Faktoren (Alter, Einkommen usw.) dazu führen, dass die Aufgaben der Marketingfachleute immer komplexer werden. Nach einer genauen Analyse der Kaufentscheidung bei Konsumenten kommt McKinsey zum Schluss, dass B2B-Unternehmen ihre Organisationsstrukturen verändern müssen. So muss die Zusammenarbeit zwischen Marketingabteilung und Verkauf verbessert werden und die Ressourcen müssen neu zugeteilt werden – bis hin zu denjenigen Aktivitäten, die das Entscheidungsverhalten der Kunden am meisten zu beeinflussen vermögen. Ist etwa das virtuelle Ausprobieren eine Erfindung, die das Kaufverhalten positiv beeinflussen könnte? Vielleicht. Immerhin wird es dazu führen, dass sich das Kaufverhalten besser mit den Erwartungen der Kunden deckt.

Airbnb macht sich an neue Märkte heran

Die Neue Zürcher Zeitung und der Tagesanzeiger berichteten kürzlich darüber: Airbnb liebäugelt mit einem neuen Markt. Infolge ihres grossen Erfolgs hat die US-Vermietungsplattform eine neue Seite eingerichtet, die sich speziell an Geschäftsreisende wendet (www.airbnb.com/business-travel). Sie soll das Suchen und Reservieren einer Unterkunft erleichtern, die den Gewohnheiten von Geschäftskunden im Hinblick auf Komfort und Einrichtung entspricht. Das ist aber noch nicht alles. Dank einer neuen Partnerschaft mit Concur, einem Softwarespezialisten für die effiziente Verwaltung von Spesenrechnungen, wird der von Airbnb neu anvisierten Kundschaft das Abrechnen erleichtert. Einmal mehr bestätigen sich die einfache Handhabung und benutzerfreundliche Navigation von Airbnb als Vorteile, die viel zum Erfolg beitragen und an denen sich die Hotelketten ein Beispiel nehmen sollten. Dem Bericht „Portrait of the U.S. Millennial Traveler“ zufolge täten Hotelbetreiber auch gut daran, ihren Gästen unbeschränkten Gratis-WLAN-Zugang zu gewähren, um dem Trend bei jungen Leuten von 18 bis 34 zu entsprechen und sich diesbezüglich von Airbnb abzuheben. Bei den Erwartungen dieses Kundensegments steht nämlich der WLAN-Zugang ganz zuoberst auf der Liste und vermag vielleicht ansatzweise zu erklären, warum Airbnb-Unterkünfte bei diesen Kunden (noch) nicht sehr beliebt sind. Das macht Airbnb allerdings keine Angst. Hingegen beunruhigen die neuen Expansionspläne der Plattform die ganz Grossen im Bereich Reiseinformationen, wie zum Beispiel TripAdvisor und Yelp.

Die Post-Carbon-Stadt ist vorerst ein Studienfeld

Die App von MeteoSchweiz hat ein neues Design und auch ein paar zusätzliche Funktionen. Ausserdem wurde sie so optimiert, dass sie jetzt perfekt für Windows Phone passt. Wetterfans werden sich darüber freuen und ihr Handy jetzt noch etwas öfter zücken. Wetter und Umwelt stehen zwar in engem Zusammenhang. Dennoch freuen sich Umweltmilitanten eher weniger. Für sie gibt es Wichtigeres: Nur wenige Monate vor dem internationalen Treffen „Paris Climat 2015“ wurde Ende März der 5. Band zum Bericht des Klimatologen Jean Jouzel veröffentlicht. Unter dem Titel „Changement climatique et niveau de la mer : de la planète aux côtes françaises“ (Klimaveränderung und Meeresspiegel – vom Planeten zu den französischen Küsten) werden im Bericht nicht nur schnell wirksame Anpassungsmassnahmen erwähnt, sondern es wird auch erneut darauf hingewiesen, dass der Anstieg des Meeresspiegels nicht für alle Regionen gleich ablaufen wird. Man versteht folglich die Tragweite der Klimaveränderung und deren Auswirkungen besser. Der Bericht sollte zum Nachdenken darüber anregen, was wir auf der Ebene unserer Städte und von deren Metabolismus unternehmen könnten, um der Umweltentwicklung etwas entgegen zu halten. Soll die Post-Carbon-Gesellschaft je eine Chance haben, müssen die Städte ernsthaft an ihrer künftigen Entwicklung arbeiten. Die Vordenker der Energiewende haben für die Prospektive Energie/Klima lange Zeit den sektoriellen Ansatz verfolgt. Gegenwärtig beschäftigen sie sich aber durchaus damit, die Rolle der Städte für den Energiekonsum einer Region zu analysieren. In naher Zukunft dürften sich die Forscher auch noch etwas mehr dafür interessieren, was denn der Tourismus zum Energiekonsum einer Stadt so beiträgt.

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