Seilbahnen und Hotellerie im Wallis

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Transport und Infrastrukturen
© Etat du Valais: François Perraudin

Die Ergebnisse der Wintersaison zeigen einmal mehr die Verletzlichkeit einer Schlüsselaktivität im Walliser Tourismus auf. Dies bestätigen die Walliser Bergbahnen (WBB) in einer am 11. Juni 2014 veröffentlichten Pressemitteilung.

Automatisches Monitoring aller Walliser Bergbahnunternehmen

Um die Entwicklung in diesem Bereich mitverfolgen zu können, hat das Walliser Tourismus Observatorium ein automatisches Monitoring-System eingerichtet. In Zusammenarbeit mit den Bergbahnbetreibern ermöglicht dieses Monitoring eine sehr genaue Bestimmung der Besucher- wie auch der Umsatzzahlen für die auf Kantonsgebiet tätigen Bahnunternehmen. Die ersten Ergebnisse für den Winter 2013/14 zeigen einen Rückgang von 3.8 % der Skifahrertage und eine Umsatz-Einbusse von 1 % im Vergleich zur vorigen Wintersaison. Das Zahlenmaterial steht unter Dashboard auf unserer Website zur Verfügung.

Entwicklung der Frequenz in den Walliser Skigebieten über die letzten zehn Jahre: rückläufig mit ebenfalls abnehmenden Umsatzzahlen

Um einen Vergleich der Beobachtungen mit den Zahlen der letzten 10 Jahre zu ermöglichen, veröffentlichen wir nachstehend eine Reihe von Daten (Abb. 1), die von Laurent Vanat Consulting im Auftrag des Verbands Seilbahnen Schweiz zusammengestellt wurden. In der besagten Zeitspanne verzeichnete das Wallis 8 bis 10 Millionen Skifahrertage pro Jahr bzw. 30 % der nationalen Frequenz. Die Abbildung 1 zeigt, dass die Frequenz in unseren Skigebieten über die letzten 10 Jahre insgesamt abgenommen hat, auch wenn ein paar bessere Saisons darunter waren, wie zum Beispiel die Winter 2007/08 und 2008/09. Die Frequenzunterschiede von einem Winter zum anderen lassen sich grundsätzlich mit folgenden Faktoren erklären: verändertes Konsumverhalten im Freizeitbereich, Stärke des Schweizer Frankens im Vergleich zum Euro, Schulferien, die anders zu liegen kommen, und natürlich Wetter- und Schneeverhältnisse.

 

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Der starke Rückgang der Besucherzahlen im Jahr 2007 (Skifahrertage: -5 %) lässt sich hauptsächlich mit den sehr schlechten Schneeverhältnissen des Winters 2006/2007 erklären. Hingegen waren die Schneeverhältnisse in der Saison 2007/2008 (+12 % im Vergleich zum vorigen Winter) wie auch in der Saison 2008/2009 (-1 %) sehr gut und für diese Winter wurden bei der Frequenz Rekordzahlen verzeichnet – wie übrigens auch in den andern Ländern des Alpenraums. Seit 2008 nahmen die Besucherzahlen auf den Walliser Skipisten tendenziell ab, mit einem drastischen Abfall von beinahe 9 % der Skifahrertage im Winter 2010/2011. Die Entwicklung der Umsatzzahlen der Walliser Bergbahnunternehmen verlief parallel (Abb. 2).

Und wie verhält es sich in der Schweiz? Wie sieht die Lage in den benachbarten Ländern aus? Die verfügbaren Informationen lassen darauf schliessen, dass die Frequenz auf den Schweizer Skipisten gemessen in Skifahrertagen (Indikator) seit mindestens 2000/01 nicht nur im Wallis sondern in der ganzen Schweiz rückläufig ist. Hingegen ist die Tendenz für Frankreich und Österreich positiv. Wenn Sie zu diesem Thema weitere Informationen wünschen, lesen Sie unsere Publikation „Fokus Bergbahnen Schweiz 2012“ (hier erhältlich).

 

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Bergbahnen und Hotellerie: Diese beiden Lokomotiven des Tourismus haben keine andere Wahl als zusammen zu arbeiten, um sich den Herausforderungen zu stellen.

Die rückläufigen Hotelübernachtungen im Wallis wirken sich auch auf die Besucherzahlen auf den Skipisten aus, wie die Walliser Bergbahnen in einer Pressemitteilung bekannt gaben. Tatsächlich verlaufen die beiden Entwicklungen parallel, nämlich negativ, sowohl für die Hotelnächte als auch für die Skifahrertage (siehe Abbildungen 3, 4 und 5). Allerdings ist es nicht einfach, wissenschaftlich fundiert zu belegen, wer was beeinflusst. Bewirken sinkende Übernachtungszahlen weniger Skifahrertage oder umgekehrt? Die Suche nach einer Antwort auf diese Frage ist genauso unbefriedigend wie beim Huhn und beim Ei: Welches war zuerst da? Eines ist sicher: Die beiden Sektoren sind Schwergewichte im alpinen Tourismus und eine Zusammenarbeit liegt in ihrem Interesse, wenn sie die Herausforderungen, die sich ihnen stellen, bewältigen wollen. Sie müssen sich dem veränderten Kundenverhalten genauso stellen wie der Entwicklung eines Tourismusangebots für alle vier Jahreszeiten und der Anpassung an die Klimaerwärmung.

 

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Nachweise

Laurent Vanat Consulting: http://www.vanat.ch/6665.html

Seilbahnen Schweiz: http://www.seilbahnen.org/de/Branche/Fakten-Zahlen/Saison-Monitoring

Bundesamts für Statistik, Datenbank HESTA: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/10.html

 

 

 

 

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