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Preisvergleich Tageskarten in alpinen Skigebieten (CH, F, I, A) im Verhältnis zur Anzahl Pistenkilometer

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Transport und Infrastrukturen
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Die Grösse eines Skigebietes wird immer wieder als wichtiges Angebotskriterium vorgebracht. Bestimmt denn auch die Anzahl Pistenkilometer den Preis für den Skipass?

Die Klärung folgender Fragen könnte dazu Antworten geben:

  1. Besteht zwischen der Grösse (Pistenlänge) eines Skigebietes und dem Preis für eineTageskarte eine direkte Beziehung? Wenn diese Frage mit Ja beantwortet wird, ist dann konsequenterweise der Preis einer Tageskarte umso höher je mehr Kilometer ein Skigebiet anbietet (Preis-Leistungs-Verhältnis)?

Weiter sollen Antworten gegeben werden zu:

  1. Gibt es deutliche Preis-Leistungs-Unterschiede innerhalb der Skigebiete der Schweiz?
  2. Erhält man in der Schweiz signifikant weniger Pistenkilometer für den gleichen Betrag im Vergleich zu den Nachbarländern Österreich, Frankreich und Italien?

Skipasspreise in Abhängigkeit von der Pistenlänge

Hierzu sind Skigebiete der Schweiz, von Österreich, von Frankreich und von Italien (Südtirol) herangezogen worden. Die Basisdaten stammen von einer aktuellen Studie des „European Consumer Centres Network“ und aus den Angaben der ausgewählten Skigebiete auf deren Internetseiten. Verglichen wird der Preis eines Skipasses für einen Tag für Erwachsene. Zur Vereinfachung der internationalen Vergleichbarkeit ist die Kennzahl „Preis pro km“ als Quotient aus dem Tagesskipass und der Pistenlänge (Anzahl Pistenkilometer) definiert worden. Für die Umrechnung der Preise von CHF in Euro wurde jeweils ein Wechselkurs von 1.20 verwendet. Die Höhe des Umrechnungskurses spielt insofern keine Rolle, da der relative Vergleich der Kennzahl zwischen den Skigebieten im Vordergrund steht.

Hinweise zur Methodik

Die Grösse eines Skigebiets kann auf verschiedene Arten definiert werden. Mögliche Variablen sind die Anzahl Lifte im Skigebiet, das Beförderungsvermögen, die Ausdehnung des Skigebiets oder eben die Pistenlänge.

Die meisten Informationen zur Anzahl Pistenkilometer und den Preisen für eine Tageskarte in den entsprechenden Skigebieten stammen aus der Studie „Ski Resorts in Europe 2012/13“ des „European Consumer Centres Network“. Die Skigebiete, welche im Rahmen der oben genannten Studie untersucht wurden, wurden von uns noch durch weitere Stationen ergänzt. Die entsprechenden Informationen stammen hauptsächlich von den jeweiligen Internetseiten der Skigebiete. Dazu drei Bemerkungen:

  1. Die angegebenen Pistenkilometer sind nicht weiter überprüft worden.
  2. Als Kriterium wird einzig die Länge verwendet, unabhängig beispielsweise der Breite oder der Steilheit.
  3. Indem der Preis in Bezug zur Anzahl Pistenkilometer gesetzt wurde, erlaubte dies die verschiedenen Gebiete direkt miteinander zu vergleichen, wobei allerdings die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedingungen der verschiedenen Gebiete und Länder nicht berücksichtigt wurden.

Vergleich Schweiz

Die nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht der Pistenlänge, der Tagesskipasspreise, des Preises in Euro sowie der Kennzahl „Preis pro km“ wieder, sortiert nach der Kennzahl.

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Die Grösse eines Skigebietes wird immer wieder als wichtiges Angebotskriterium vorgebracht. Bestimmt denn auch die Anzahl Pistenkilometer den Preis für den Skipass?

Die Klärung folgender Fragen könnte dazu Antworten geben:

  1. Besteht zwischen der Grösse (Pistenlänge) eines Skigebietes und dem Preis für eineTageskarte eine direkte Beziehung? Wenn diese Frage mit Ja beantwortet wird, ist dann konsequenterweise der Preis einer Tageskarte umso höher je mehr Kilometer ein Skigebiet anbietet (Preis-Leistungs-Verhältnis)?

Weiter sollen Antworten gegeben werden zu:

  1. Gibt es deutliche Preis-Leistungs-Unterschiede innerhalb der Skigebiete der Schweiz?
  2. Erhält man in der Schweiz signifikant weniger Pistenkilometer für den gleichen Betrag im Vergleich zu den Nachbarländern Österreich, Frankreich und Italien?

Skipasspreise in Abhängigkeit von der Pistenlänge

Hierzu sind Skigebiete der Schweiz, von Österreich, von Frankreich und von Italien (Südtirol) herangezogen worden. Die Basisdaten stammen von einer aktuellen Studie des „European Consumer Centres Network“ und aus den Angaben der ausgewählten Skigebiete auf deren Internetseiten. Verglichen wird der Preis eines Skipasses für einen Tag für Erwachsene. Zur Vereinfachung der internationalen Vergleichbarkeit ist die Kennzahl „Preis pro km“ als Quotient aus dem Tagesskipass und der Pistenlänge (Anzahl Pistenkilometer) definiert worden. Für die Umrechnung der Preise von CHF in Euro wurde jeweils ein Wechselkurs von 1.20 verwendet. Die Höhe des Umrechnungskurses spielt insofern keine Rolle, da der relative Vergleich der Kennzahl zwischen den Skigebieten im Vordergrund steht.

Hinweise zur Methodik

Die Grösse eines Skigebiets kann auf verschiedene Arten definiert werden. Mögliche Variablen sind die Anzahl Lifte im Skigebiet, das Beförderungsvermögen, die Ausdehnung des Skigebiets oder eben die Pistenlänge.

Die meisten Informationen zur Anzahl Pistenkilometer und den Preisen für eine Tageskarte in den entsprechenden Skigebieten stammen aus der Studie „Ski Resorts in Europe 2012/13“ des „European Consumer Centres Network“. Die Skigebiete, welche im Rahmen der oben genannten Studie untersucht wurden, wurden von uns noch durch weitere Stationen ergänzt. Die entsprechenden Informationen stammen hauptsächlich von den jeweiligen Internetseiten der Skigebiete. Dazu drei Bemerkungen:

  1. Die angegebenen Pistenkilometer sind nicht weiter überprüft worden.
  2. Als Kriterium wird einzig die Länge verwendet, unabhängig beispielsweise der Breite oder der Steilheit.
  3. Indem der Preis in Bezug zur Anzahl Pistenkilometer gesetzt wurde, erlaubte dies die verschiedenen Gebiete direkt miteinander zu vergleichen, wobei allerdings die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedingungen der verschiedenen Gebiete und Länder nicht berücksichtigt wurden.

Vergleich Schweiz

Die nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht der Pistenlänge, der Tagesskipasspreise, des Preises in Euro sowie der Kennzahl „Preis pro km“ wieder, sortiert nach der Kennzahl.

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Erste Erkenntnis

Die obige Tabelle wie auch die nachstehende Abbildung 1 verdeutlichen, dass die Preise relativ eng innerhalb einer Bandbreite von CHF 50.- bis CHF 70.- liegen.

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Zweite Erkenntnis

Die Abbildungen 2 und 3 zeigen, dass bei zunehmender Pistenlänge die Kennzahl Preis/km abnimmt, d.h. bei zunehmender Pistenlänge erhält der Nutzer für einen eingesetzten Franken mehr Pistenkilometer. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Pistenkilometer und Preis.

 

Rm2

In der Schweiz weist die Walliser Destination Verbier (4 Vallées) (412 km für 69 CHF) den tiefsten Kilometerpreis auf.

Tm3

Eine etwas weniger gute Kennzahl erzielen die Destinationen Lauchernalp/Lötschental (55 km für 53 CHF), Anzère (52km für 52 CHF), Leukerbad (50 km für 52 CHF), Grächen (42 km für 54 CHF) und Nax/Mont Noble mit 35 Pistenkilometern für 46 CHF. j

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Zwischen den Pistenkilometern und dem Preis besteht eine unterproportional verlaufende Abhängigkeit. Mit zunehmenden Pistenkilometern nimmt die Zuwachsrate des Preises ab. Die Kurve in Abbildung 4 ist das Ergebnis einer Auswertung der ausgewählten Skigebiete von Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz mit Hilfe der statistischen Regressionsmethode. Die dargestellte Gerade ist hierbei das Resultat der logarithmischen Berechnung.

Portes du Soleil (650 km für 57 CHF; CH und F), Samnaun / Ischgl (238 km für 60 CHF; A und CH) und Zermatt / Cervinia (361 km für 86 CHF; CH und I) werden in dieser Auswertung nicht berücksichtigt, weil diese Skigebiete jeweils in zwei untersuchten Ländern liegen.

Ein Beispiel erklärt den unterproportionalen Verlauf: Arosa, Saas-Fee, die Lenzerheide und Verbier verlangen den gleichen Preis für einen Tagesskipass, bieten aber unterschiedlich viele Pistenkilometer an; Verbier beispielweise gegenüber Arosa rund 83% mehr, was linear zu einem Preis von CHF 126.- führen müsste.

Internationaler Vergleich ausgewählter Skigebiete

Gelten die Erkenntnisse, die im Abschnitt Schweiz ausgeführt wurden, auch im Vergleich mit Österreich, Frankreich und Italien? Es werden nun einzelne Schweizer Gebiete mit ausgewählten aus Österreich verglichen, dann mit Frankreich und zuletzt mit Italien (Südtirol).

Skigebiete in der Schweiz und in Österreich

Innerhalb Österreichs sind die Preise ebenso unterschiedlich wie die Skiregionen selbst und wie auch in der Schweiz. Vor allem aber hat Österreich das Image, günstiger zu sein als die Schweiz.

Die günstigste Skiregion ist das 45 Autominuten von Salzburg entfernte Weyregg am Attersee. Für eine Tageskarte bezahlt man hier 15 Euro. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass die Pisten bloss 5 km lang sind. Die entsprechende Kennzahl Preis/km beträgt dann 3 und setzt sich somit beachtlich von den übrigen untersuchten Skigebieten ab. Um diese Aussagen beurteilen zu können, müsste sie mit den Daten kleiner Skigebiete der Schweiz verglichen werden, z.B. Jeitzinen/Gampel, Eischoll, Gurnigel, Le Brassus etc.

Der Vergleich (Abbildung 4) ausgewählter Skigebiete in Österreich und in der Schweiz zeigt, dass auf Grund der Kennzahl der Schluss gezogen werden kann, dass die Schweiz in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis (Preis pro Pistenkilometer), nicht teurer ist. Das beste Verhältnis erzielt die Destination Portes du Soleil (CH, F) gefolgt von Verbier (CH), der Skiwelt Wilder Kaiser (A), St. Moritz (CH) und St. Anton (A) usw. Weiter bestätigt die Berechnung, dass die kleinen Skigebiete (Österreich: Fanningberg, Christlum/Hochalmlifte, Feuerkogel, Falkert (Heidi Alm), Emberger Alm, Biberwier-Marienberg; CH: Nax/Mont Noble, Grächen) ein relativ ungünstiges Verhältnis Preis Tageskarte/Pistenkilometer aufweisen.

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Skigebiete in der Schweiz und in Frankreich

Die grossen und mittleren französischen Skigebiete weisen im Vergleich (Abbildung 6) zu den Schweizer Skigebieten ein marginal günstigeres Verhältnis Preis/km auf.

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Skigebiete in der Schweiz und in Italien

1‘200 Pistenkilometer stehen im Skigebiet Dolomiti Superski zur Verfügung. Mit einer Kennzahl von 0.04 nimmt es somit den ersten Platz ein, noch vor Portes du Soleil (länderübergreifend). Ein Tagesskipass für das Skigebiet Dolomiti Superski ist für 50 Euro zu haben. Gesamthaft sieht der Vergleich mit den Schweizer Stationen ebenso durchmischt aus wie in den anderen Ländervergleichen

 

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Fazit

Die Gegenüberstellung der Preise für einen Tagsskipass und der Anzahl Pistenkilometer zeigt über die untersuchten Gebiete hinweg, dass die kleinen Skigebiete diesbezüglich eher schlechter wegkommen. Dies ist allerdings nicht erstaunlich, da die kleinen Skigebiete einen relativ höheren Preis im Verhältnis zur Anzahl Pistenkilometer verlangen, gar müssen, denn ein auf das Unternehmen abgestimmter minimaler Umsatz (kritische Menge) ist zwingend, um den Betrieb überhaupt nach betriebswirtschaftlichen Kriterien führen zu können. Da die Menge an Skifahrern (Skier-days) hier oft fehlt, muss der Umsatz über den Preis kompensiert werden, ausser Dritte (Öffentlichkeit, andere) unterstützen durch finanzielle Zuschüsse.

Allgemein kann jedoch festgehalten werden, dass die ausgewählten Schweizer Skigebiete mit denjenigen in Österreich, in Frankreich und in Italien durchaus mithalten können. Wie Bieger et al. (2006) in ihrer Studie in Form einer These festhalten, ist „das Preisniveau der Schweizer Bergbahnen im internationalen Vergleich tief, insbesondere wenn man die Kaufkraft betrachtet. Weiter hat ein Vergleich zwischen den Preisen von Topdestinationen in Mitteleuropa mit beispielsweise Skigebieten in Nordamerika ergeben, dass die Preise in Mitteleuropa im Durchschnitt rund 35% unter denjenigen von Nordamerika liegen.“ Bieger et al. (2006) begründen dies hauptsächlich damit, dass die lokale oder sogar regionale Konkurrenz im Alpenraum besonders hoch ist.

Die „feste“ Bandbreite der Preise kann weiter auch interpretiert werden, dass die Betreiber die Preise nicht auf Grund der Pistenlänge festlegten. Sie sind „historisch“ einmal bestimmt worden und unter Konkurrenzsituationen langsam und in kleinen Schritten angepasst worden. Die Gesellschaften müssen sich sehr gut überlegen, welche Preiserhöhung es jeweils verträgt. Das Konkurrenzverhalten und die Sensibilität der Kunden spielen bei der Preisgestaltung eine zentrale Rolle und viel weniger die Pistenlänge.

Auf der anderen Seite kann die Pistenlänge (Attraktivitätsmerkmal), wie auch die Anzahl Transportanlagen bzw. die Förderkapaizität, ein wesentliches Argument für den Entscheid der Kunden sein, eine Destination zu wählen, aber nicht das entscheidende.

Wahrnehmung des Preises

Entscheidend ist die Wahrnehmung des Preises. So gibt es beispielsweise Kunden, welche bereit sind, für ein Produkt einen höheren Preis zu bezahlen unabhängig von der angebotenen Leistung. Hier spielt das Empfinden und die Erwartung, was eine Station an Erlebnis insgesamt bietet, eine wichtigere, wenn nicht gar die entscheidende Rolle. Aus dieser Perspektive sprechen beispielsweise Zermatt, St. Moritz, Kitzbühel Kunden an, die ähnliche Erlebnisziele haben, anders als etwa Ischgl/Samnaun, Grächen oder Leysin.

Die Preise der Konkurrenz sind demnach im Lichte des Angebots der Gesamtdestination zu betrachten. Gäste verbringen ihre Ferien an einem Ort, welcher für sie am meisten „gefühlte“ Vorteile aufweist. Dafür sind sie auch bereit einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

Zum Schluss zwei Denkanstösse

  1. Kundensicht: Die Länge der Pisten, speziell jedoch der Preis pro km, wird vom potentiellen Kunden nicht wahrgenommen und daher nicht in seinen Destinationsentscheid integriert.
  2. Unternehmenssicht: Unabhängig von der Pistenlänge muss jeder Skigebietsbetreiber einen kritischen Umsatz generieren (über den Preis oder über die Menge an Skifahrern), um betriebswirtschaftlich (Betrieb, Ersatz, allenfalls Erweiterung) längerfristig ohne fremde Hilfe überleben zu können. Kann dieser kritische Umsatz (Break-even-point) pro Pistenkilometer bestimmt werden?

Hat die Prüfung dieser Behauptungen einen praktischen Nutzen für die Betreiber von Skigebieten?

Quellen

Institut Wirtschaft & Tourismus (HES-SO Wallis): Arbeitsbericht Walliser Bergbahnen: Kooperationsmöglichkeiten unter den Walliser Bergbahnen (2008).

The European Consumer Centres Network: Ski Resorts in Europe 2012/13.

Bieger, Thomas; Laesser Christian; Riklin Thomas (2006): Thesenpapier. Neue Preismodelle für mehr Unternehmens- und Kundenwert in der Bergbahn-Industrie. Universität St. Gallen.

Wiederspächer Kevin (2013): 150-Skiregionen-Studie: Wo ist der Skisport in Europa am günstigsten? In: Reihe Verbraucherstudien.

Internet

www.srf.ch/news/wirtschaft/seilbahnen-ziehen-durchzogene-winterbilanz

www.bergfex.com

Websites der ausgewählten Skigebiete

 

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