Bergbahnen und Sessellifte setzen auf Grün

Erneuerbare Energien für Skiorte

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Transport und Infrastrukturen
Bergbahnen und Sessellifte setzen auf Grün

Aus statistischen Erhebungen des Vereins „Seilbahnen Schweiz“ geht hervor, dass nach den Personalkosten die Energie der wichtigste Ausgabeposten für die meisten Betriebe der Branche ist. Die Schweizer Seilbahnen verbrauchen jährlich 183 Gigawattstunden (Gwh), was dem Stromkonsum aller Hotels und Restaurants der Stadt Zürich entspricht. Bei den Seilbahnen entfällt der Energieverbrauch zu 55% auf die Transportanlagen selbst, zu 32% auf die technische Beschneiung und zu 13% auf die Dienstleistungen (Gastrobetriebe im Skigebiet inbegriffen). Der Stromverbrauch pro Gast und Skifahrertag ist mit 5.3 Kilowattstunden (kWh) deutlich geringer als bei einem Besuch in einem Thermalkurort. Da die technische Beschneiung immer wichtiger wird und die Energiepreise tendenziell steigen, wird die Energie in den kommenden Jahren zum wichtigen Faktor für die Seilbahnbetriebe. Einerseits besteht ein wirtschaftliches Interesse; aber auch aus Marketing-Sicht ist das Thema nicht unbedeutend und wird zum Werbeargument bei einer Kundschaft, die immer sensibler auf Umweltfragen reagiert. Der technische Fortschritt ermöglicht eine viel bessere Energieeffizienz und die modernen Gebäude verbrauchen viel weniger Strom. Wenn es gelingen könnte, beim Verkehr die Spitzenbelastung in den Griff zu bekommen, wären die positiven Auswirkungen auf die Kosten erheblich. Auch organisatorische Massnahmen, die einfach umzusetzen wären, würden zu merklichen Einsparungen führen.  Gemäss einer Studie, die im Jahr 2010 vom Verein „Seilbahnen Schweiz“ und der Beratungsfirma Grischconsulta AG durchgeführt wurde, beläuft sich das Energieeinsparungspotenzial in dieser Branche auf geschätzte 15%.

Zermatt: ein solarbetriebenes Restaurant auf 3880 Metern über Meer

Im Dezember 2010 sind die „Zermatt Bergbahnen“ mit dem europäischen Solarpreis in der Kategorie „Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien“ (1) ausgezeichnet worden. Das Restaurant „Klein Matterhorn“ ist ein Minergie-P zertifiziertes Gebäude und erreicht damit den höchsten Minergie-Standard der Schweiz. Es liegt auf 3880 m über Meer. Seine Solaranlage erstreckt sich über eine Fläche von 170 m2 und produziert 3700 kWh Strom pro Jahr. Trotz seiner hochalpinen Umgebung mit den oft negativen Aussentemperaturen und heftigsten Winden ist das Restaurant ein Null-Energie-Haus,

Tenna im Kanton Graubünden: erster Solarskilift der Welt

Die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen, insbesondere Wind-, Solar- und Wasserkraft bieten ein interessantes Entwicklungspotenzial für Bergbahn- und Liftanlagen. Der weltweit erste sonnenbetriebene Skilift wurde im Dezember 2011 in Tenna im Kanton Graubünden in Betrieb genommen. (4) Die Fotovoltaik-Platten wurden direkt auf den Seilen der Liftanlage montiert. Sie erzeugen viel Strom, dreimal mehr als die Anlage für ihren Betrieb benötigt. Dieser ist auf drei Monate im Winter beschränkt, aber die Energieproduktion funktioniert das ganze Jahr über. Alle zehn Minuten richten sich die Sonnenpaneele neu aus, so dass sie immer im optimalen Winkel zur Sonneneinstrahlung stehen. Dadurch kann der bestmögliche Ertrag erzielt werden.

Elodie Fauchille (5), Umweltverantwortliche des kleinen Skiorts „Les Gets“ in Savoyen, ist jedoch überzeugt, dass dem Heizen von Hütten und dem Betreiben von Liftanlagen mit Sonnenenergie Grenzen gesetzt sind. „Seilbahnen verbrauchen zu viel Energie; es ist unvorstellbar, dass man sie voll auf Sonnenenergie umstellt.“ Natürlich ist die Innovation fantastisch, aber die Option wird in Frankreich als zu teuer betrachtet, und man zieht ihr die traditionellere Variante mit Strom aus Wasserkraft vor.

Bellwald und seine Sonnenkollektoren

Im Wallis wurde an bestehenden Lawinenverbauungen im Skigebiet von Bellwald eine Fotovoltaik-Anlage installiert (6). Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt, um die Machbarkeit zu bestimmen und die Effizienz dieser alternativen Energiequelle zu berechnen. Die Fotovoltaik-Anlage befindet sich direkt neben der Bahn und im Blickfeld der Skiläufer, denn man möchte auch in Erfahrung bringen, wie das Projekt bei den Nutzern ankommt und die Akzeptanz bei den Skifahrern bestimmen.

Super Saint-Bernard und sein Projekt «Cleanlift»

Schliesslich schielen auch die Betreiber der Bergbahnen im Skigebiet „Super Saint-Bernard“ nach alternativen Energieformen. Die Bahnen stehen still, da die Firma „Espace Super Saint-Bernard“ in Konkurs steht. Um den Betrieb wieder aufzunehmen, besteht ein Projekt mit „Grüner Energie“, wie Sonnen- oder Wind-Energie, nach dem Vorbild von Tenna in Graubünden. Die Vorstellung gefällt und ist auch kohärent, denn unweit der heute stillstehenden Bahnen könnte ein Windpark entstehen (7). Allerdings kann das Projekt „Cleanlift“ nur im Zusammenhang mit einem Immobilienprojekt umgesetzt werden, dessen Machbarkeit noch evaluiert werden muss.

Nachweise:

Bundesamt für Verkehr BAV, 2012. Energiemanagement. Skilifte setzen auf Energieeffizienz. Energeia 2 / 2012

Seilbahnen Schweiz: http://www.seilbahnen.org/Bergbahnen_Energiemanagement_de.html

Grischconsulta AG: Energiemanagement Bergbahnen - Studie und Handbuch 2010

Skilift Tenna: http://www.skilift-tenna.ch/

Amélie Mouguey. Ces stations de ski qui prennent la pente verte. 19.02.2013. http://ski-marketing.com/2013/02/21/ces-stations-de-ski-qui-prennent-la-pente-verte/

Swiss Info: http://www.swissinfo.ch/fre/nouvelles_agence/international/Paravalanches_et_panneaux_solaires_font_bon_menage_a_Bellwald.html?cid=33158554

Swisswinds. „Site propice“ Grand-Saint-Bernard (26.01.2012). Meilenstein für geplanten Windpark am Grossen St. Bernhard. http://www.swisswinds.com/index.php?option=com_content&view=article&id=61%3Asitepropice26012012&catid=6%3Apresseberichte&Itemid=23&lang=fr

Aus statistischen Erhebungen des Vereins „Seilbahnen Schweiz“ geht hervor, dass nach den Personalkosten die Energie der wichtigste Ausgabeposten für die meisten Betriebe der Branche ist. Die Schweizer Seilbahnen verbrauchen jährlich 183 Gigawattstunden (Gwh), was dem Stromkonsum aller Hotels und Restaurants der Stadt Zürich entspricht. Bei den Seilbahnen entfällt der Energieverbrauch zu 55% auf die Transportanlagen selbst, zu 32% auf die technische Beschneiung und zu 13% auf die Dienstleistungen (Gastrobetriebe im Skigebiet inbegriffen). Der Stromverbrauch pro Gast und Skifahrertag ist mit 5.3 Kilowattstunden (kWh) deutlich geringer als bei einem Besuch in einem Thermalkurort (1) (2). Da die technische Beschneiung immer wichtiger wird und die Energiepreise tendenziell steigen, wird die Energie in den kommenden Jahren zum wichtigen Faktor für die Seilbahnbetriebe. Einerseits besteht ein wirtschaftliches Interesse; aber auch aus Marketing-Sicht ist das Thema nicht unbedeutend und wird zum Werbeargument bei einer Kundschaft, die immer sensibler auf Umweltfragen reagiert. Der technische Fortschritt ermöglicht eine viel bessere Energieeffizienz und die modernen Gebäude verbrauchen viel weniger Strom. Wenn es gelingen könnte, beim Verkehr die Spitzenbelastung in den Griff zu bekommen, wären die positiven Auswirkungen auf die Kosten erheblich. Auch organisatorische Massnahmen, die einfach umzusetzen wären, würden zu merklichen Einsparungen führen.  Gemäss einer Studie, die im Jahr 2010 vom Verein „Seilbahnen Schweiz“ und der Beratungsfirma Grischconsulta AG durchgeführt wurde, beläuft sich das Energieeinsparungspotenzial in dieser Branche auf geschätzte 15%. (3) - See more at: http://www.tourobs.ch/de-de/analysen/analysen-des-observatoriums/transport-und-infrastukturen.aspx?action=detail&id=5135#sthash.GluGTmyw.dpuf
Aus statistischen Erhebungen des Vereins „Seilbahnen Schweiz“ geht hervor, dass nach den Personalkosten die Energie der wichtigste Ausgabeposten für die meisten Betriebe der Branche ist. Die Schweizer Seilbahnen verbrauchen jährlich 183 Gigawattstunden (Gwh), was dem Stromkonsum aller Hotels und Restaurants der Stadt Zürich entspricht. Bei den Seilbahnen entfällt der Energieverbrauch zu 55% auf die Transportanlagen selbst, zu 32% auf die technische Beschneiung und zu 13% auf die Dienstleistungen (Gastrobetriebe im Skigebiet inbegriffen). Der Stromverbrauch pro Gast und Skifahrertag ist mit 5.3 Kilowattstunden (kWh) deutlich geringer als bei einem Besuch in einem Thermalkurort (1) (2). Da die technische Beschneiung immer wichtiger wird und die Energiepreise tendenziell steigen, wird die Energie in den kommenden Jahren zum wichtigen Faktor für die Seilbahnbetriebe. Einerseits besteht ein wirtschaftliches Interesse; aber auch aus Marketing-Sicht ist das Thema nicht unbedeutend und wird zum Werbeargument bei einer Kundschaft, die immer sensibler auf Umweltfragen reagiert. Der technische Fortschritt ermöglicht eine viel bessere Energieeffizienz und die modernen Gebäude verbrauchen viel weniger Strom. Wenn es gelingen könnte, beim Verkehr die Spitzenbelastung in den Griff zu bekommen, wären die positiven Auswirkungen auf die Kosten erheblich. Auch organisatorische Massnahmen, die einfach umzusetzen wären, würden zu merklichen Einsparungen führen.  Gemäss einer Studie, die im Jahr 2010 vom Verein „Seilbahnen Schweiz“ und der Beratungsfirma Grischconsulta AG durchgeführt wurde, beläuft sich das Energieeinsparungspotenzial in dieser Branche auf geschätzte 15%. (3) - See more at: http://www.tourobs.ch/de-de/analysen/analysen-des-observatoriums/transport-und-infrastukturen.aspx?action=detail&id=5135#sthash.GluGTmyw.dpuf
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