Künstliche Beschneiung in den Skigebieten im Kanton Waadt

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Transport und Infrastrukturen
Künstliche Beschneiung in den Skigebieten im Kanton Waadt

Im Rahmen einer Leistungsprüfung der künstlichen Beschneiung im Kanton Waadt hat der Waadtländer Rechnungshof einen Bericht herausgegeben. Davon betroffen sind die Skigebiete im Juramassiv und in den Waadtländer Alpen. Gemäss diesem Bericht liegt es nicht mehr im Trend, ausschliesslich Ski zu fahren. Vielmehr sucht der Gast ein breiteres Angebot. In diesem Sinne empfiehlt der Rechnungshof dem Staat nur diejenigen Projekte mitzufinanzieren, welche langfristig ausgerichtet sind. Es wurde ausserdem festgestellt, dass sich die künstliche Beschneiung bisher wirtschaftlich gesehen bewährt hat.  Die Umweltkriterien werden im Allgemeinen berücksichtigt. Ein zukünftiger Ausbau der künstlichen Beschneiung würde angesichts der Klimaerwärmung jedoch weder ökonomisch noch ökologisch gesehen einer „nachhaltigen“ Entwicklung entsprechen.

In den Alpen nimmt die künstliche Beschneiung enorme Ausmasse an: seit 2003 nahm die Fläche künstlich beschneiter Pisten in der Schweiz um den Faktor 3.6 (von 10% auf 36% im Jahr 2010), in Österreich  um den Faktor 1.6 (von 38% auf 62% im Jahr 2009), in Italien um den Faktor 1.8 (von 38% auf 70% im Jahr 2008) und in Frankreich um den Faktor 1.9 (von 11% auf 21% im Jahr 2010) zu (SBS 2010). Die Konkurrenz in den benachbarten Ländern ist gross, insbesondere in Österreich und Südtirol. Im Kanton Waadt beträgt der Anteil künstlich beschneiter Pisten annähernd 30%. Dieser Wert entspricht in etwa dem Schweizer Durchschnitt, liegt jedoch deutlich unter demjenigen der internationalen Konkurrenz. Trotzdem wird ein verstärkter Einsatz der künstlichen Beschneiung im Kanton Waadt als problematisch angesehen, insbesondere aufgrund der finanziellen Kosten und der negativen Auswirkungen auf die Umwelt (Landschaftsbild, Wasserverbrauch etc.). Kommt hinzu, dass die Waadtländer Skigebiete eher zu den tiefer gelegenen Skigebieten zählen und somit nicht für eine umfassende künstliche Beschneiung geeignet sind, wie sie andernorts durchgeführt wird.  In Österreich hingegen werden 70% der Pisten künstlich beschneit gerade wegen ihrer niedrigen Höhenlage. Der tiefste Punkt so bekannter Skigebiete wie Schladming oder Kitzbühl liegt auf 745 m.ü.M. bzw. 800 m.ü.M. (OCDE 2007).

Ungefähr seit dem letzten Jahrzehnt ist die Schneesicherheit im Kanton Waadt unterhalb von 1200 m nicht mehr garantiert. Experten sagen bis 2030-2050 einen Rückgang der Schneefalldauer um 20-40% im  Jura und in den Voralpen voraus (Bader & Kunz 1999), so dass bis 2050 in Gebieten unterhalb von 1500m keine Schneesicherheit garantiert werden kann. Wenn sich diese Prognose bestätigt, wären zahlreiche Waadtländer Skigebiete davon betroffen, wie die unten stehende Grafik verdeutlicht. 

 Vaudd

Die künstliche Beschneiung und die Garantie, Ski fahren zu können, sind ausschlaggebende Punkte, wenn es darum geht, in einer internationalen Konkurrenzsituation, Tour Operators und die ausländische Kundschaft anzuziehen. Im Kanton Waadt fallen diese Kriterien jedoch weniger ins Gewicht, da es Gäste aus der Region sind (Pendler und Inhaber eines Saisonabonnements), die für mehr als 60% des Umsatzes verantwortlich sind. Der Bericht hält fest, dass dank des Einsatzes einer künstlichen Beschneiung zwischen 2005 und 2010 die Abnahme des Umsatzes der Bergbahngesellschaften während der schneearmen Winter  in Grenzen gehalten werden konnte. Die Pisten konnten so während der ganzen Saison geöffnet bleiben und die Angestellten beschäftigt werden. Es ist jedoch schwierig, den Einfluss der künstlichen Beschneiung auf den Umsatz zu messen. Wenn man berücksichtigt, dass die Weihnachts-/Neujahrsferien für 30% des Winterumsatzes verantwortlich sind, kann der Beitrag der Schneekanonen am Umsatz auf 10-30% geschätzt werden. Gesamthaft gesehen stagnieren die Besucherzahlen jedoch trotz künstlicher Beschneiung und die Anzahl der Beschäftigten nimmt aufgrund des Mangels an natürlichem Schnee weiter ab, wie es im Winter 2010/2011 der Fall war.

Im Kanton Waadt kam es zwischen 2005 und 2010 zu bedeutenden Investitionen in die künstliche Beschneiung. Die öffentliche Hand beteiligte sich zu 80% an der Finanzierung. Der Kanton kam für 50% (10 Millionen) der Kosten auf, der Bund für 30%. Dadurch sollten die Bergbahnen des Waadtländer Jura und der Waadtländer Alpen unterstützt werden, welche mehrheitlich finanzielle Schwierigkeiten haben und sich schwer damit tun, private Mittel zu beschaffen.  Der Kanton Waadt leistete daraufhin  A-fonds-perdu-Beiträge bei den Investitionen, welche bei den künstlichen Beschneiungsanlagen in Les Diablerets, in Leysin, in Les Rasses und in Videmanette anfielen.

Im Bericht wird ausserdem erwähnt, dass bestimmte künstliche Beschneiungsanlagen heutzutage zur Grundausstattung der Skigebiete gehören. Die künstliche Beschneiung leistet auch ihren Beitrag zur Stabilität des Umsatzes und zur Rentabilität der Bergbahnen. Über die zeitliche und räumliche Entwicklung der künstlichen Beschneiung wird jedoch weiterhin kontrovers diskutiert.

Die Investitions- und Unterhaltskosten sind hoch und nehmen aufgrund der Klimaerwärmung weiterhin zu. Ein zukünftige zusätzliche Erweiterung der künstlichen Beschneiung entspricht weder einer nachhaltigen ökonomischen noch ökologischen Entwicklung. Im Bericht wird ausserdem festgehalten, dass der Kanton sich Gedanken machen muss, welchen Platz er der künstlichen Beschneiung  einräumen will und welche Rolle die Ko-Finanzierung durch den Staat spielen wird. Die Autoren kommen zum Schluss, dass es nicht mehr zeitgemäss ist, sich ausschliesslich auf den Skisport zu konzentrieren. Hierbei handelt es sich um ein überholtes sozio-ökonomisches Modell. Es ist daher unerlässlich, eine grosse Bandbreite von Aktivitäten anzubieten und diese sinnvoll auf die verschiedenen Jahreszeiten zu verteilen. Bis zur Verabschiedung des Richtplans über die Bergbahnen durch den Waadtländischen Staatsrat gilt das von ihm erlassene Moratorium über die Finanzierung der Bergbahnen und die künstliche Beschneiung. Dieser Richtplan wurde im Rahmen der Strategie „Vision Alpes vaudoises 2020“ verfasst.

Gewisse Schweizer Skigebiete haben bereits damit angefangen, ihr Sommer- und Winterangebot zu diversifizieren. Diese Initiativen könnten interessante Entwicklungen für die Waadtländer Skigebiete im Jura und in den Voralpen herbeiführen. Im Kanton Obwalden verfügt beispielsweise das kleine Skigebiet Lungern-Schönbüel über 4 Bahnanlagen und 24km Pisten. Diesen Winter hat das Skigebiet beschlossen, sein Winterangebot zu erweitern. Alternativen für die Gäste sind nun Wanderungen mit oder ohne Schneeschuhe oder Schlittelabfahrten. Vom Standort Lungern-Schönbüel aus hat man eine spektakuläre Sicht auf die Berner Alpen. Diesen Vorteil möchte die Station ausnützen, um internationale Gäste anzuziehen, welche ein aussergewöhnliches alpines Panorama geniessen möchten.

Referenzen

Cours des comptes du Canton de Vaud 2012. Audit de performance de l’enneigement artificiel dans le Canton de Vaud, Rapport no 21 du 14 novembre 2012, S. 59.

Bader S., Kunz P. 1998. Climat et risques naturels. La Suisse en mouvement. Rapport scientifique final PNR 31, S. 312.

Lungern-Schönbüel stellt den Skibetrieb ein, 2.12.2012.: http://www.htr.ch/tourismus/lungern-schoenbueel-stellt-den-skibetrieb-ein-35229.html

 OCDE 2007. Changements climatiques dans les Alpes européennes : Adapter le tourisme d’hiver et la gestion des risques naturels, S. 136.

SBS / Seilbahnen Schweiz 2010. RMS / Remontées mécaniques suisses 2010. Fakten und Zahlen zur Schweizer Seilbahnbranche, S. 36.

WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF.2007. Klimawandel und Ökotourismus : Ökonomische und ökologische. Auswirkungen von technischer Beschneiung, WSL, 169 p.

http://www.slf.ch/ueber/organisation/oekologie/gebirgsoekosysteme/projekte/klimawandel_wintertourismus/index_DE

 

La Cour des comptes vaudoise a effectué un audit de performance sur l’enneigement artificiel dans le canton de Vaud, région où le ski se pratique dans le massif du Jura et dans les Alpes vaudoises. Selon ce rapport, le «tout ski» n’est plus de mise et la diversification un impératif. La cour des comptes recommande à l’Etat de ne cofinancer que les projets démontrant leur viabilité à long terme. Elle constate que l’enneigement artificiel déployé à ce jour a fait ses preuves du point de vue économique. Les critères environnementaux sont en général appliqués. Pour l’avenir toutefois, compte tenu du réchauffement climatique, une extension supplémentaire de l’enneigement artificiel ne correspond pas à un développement «durable» sur les plans économique et environnemental.


Dans les Alpes, on observe une extension spectaculaire de l’enneigement artificiel : depuis 2003, les surfaces de pistes enneigées artificiellement en Suisse ont été multipliées par plus de 3.6 (de 10% à 36% en 2010), 1.6 en Autriche (de 38% à 62% en 2009), 1.8 en Italie (de 38% à 70% en 2008) et 1.9 en France (de 11% à 21 % en 2010) (RMS 2010). Sur le plan de l’enneigement artificiel, la Suisse doit faire face à une rude concurrence de la part des régions limitrophes, et en particulier des stations autrichiennes et celles du Tyrol italien. Dans le Canton de Vaud, la proportion de pistes de ski enneigées artificiellement avoisine 30%, une valeur proche de la moyenne suisse, mais nettement inférieure à la concurrence internationale. Cependant, une augmentation de l’enneigement artificiel dans le canton de Vaud est jugée « problématique », notamment en raison du coût financier et environnemental (impacts sur le paysage, consommation en eau, etc.) élevé. De plus, l’altitude relativement basse des stations vaudoises n’est pas un terrain propice  à une généralisation de l’enneigement artificiel tel que pratiqué ailleurs. Notons qu’en Autriche, où environ 70 % des pistes de ski sont enneigées artificiellement, c’est l’argument inverse qui est mis en avant pour justifier le recours massif à l’enneigement artificiel. En effet, la majeure partie des domaines skiables autrichiens sont situés à basse altitude, tout comme dans le canton de Vaud. Par exemple, l’altitude inférieure des stations de ski mondialement connues de Schladming et de Kitzbühl se situe à 745 mètres, respectivement à 800 mètres d’altitude (OCDE 2007).


Depuis les années 2000 environ, la sécurité de l’enneigement dans le canton de Vaud, n’est plus garantie en dessous de 1200 mètres d’altitude et les spécialistes prévoient une diminution de 20 à 40% de la durée d’enneigement dans le Jura et les Préalpes d’ici 2030 – 2050 (Bader & Kunz 1999), si bien que d’ici 2050, la sécurité de l’enneigement ne sera plus garantie en dessous de 1500 mètres d’altitude (SLF 2007). Si cette évolution  se confirme, de nombreux domaines skiables vaudois ne pourront plus être exploités, comme le montre le graphique ci-dessous.

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La Cour des comptes vaudoise a effectué un audit de performance sur l’enneigement artificiel dans le canton de Vaud, région où le ski se pratique dans le massif du Jura et dans les Alpes vaudoises. Selon ce rapport, le «tout ski» n’est plus de mise et la diversification un impératif. La cour des comptes recommande à l’Etat de ne cofinancer que les projets démontrant leur viabilité à long terme. Elle constate que l’enneigement artificiel déployé à ce jour a fait ses preuves du point de vue économique. Les critères environnementaux sont en général appliqués. Pour l’avenir toutefois, compte tenu du réchauffement climatique, une extension supplémentaire de l’enneigement artificiel ne correspond pas à un développement «durable» sur les plans économique et environnemental.


Dans les Alpes, on observe une extension spectaculaire de l’enneigement artificiel : depuis 2003, les surfaces de pistes enneigées artificiellement en Suisse ont été multipliées par plus de 3.6 (de 10% à 36% en 2010), 1.6 en Autriche (de 38% à 62% en 2009), 1.8 en Italie (de 38% à 70% en 2008) et 1.9 en France (de 11% à 21 % en 2010) (RMS 2010). Sur le plan de l’enneigement artificiel, la Suisse doit faire face à une rude concurrence de la part des régions limitrophes, et en particulier des stations autrichiennes et celles du Tyrol italien. Dans le Canton de Vaud, la proportion de pistes de ski enneigées artificiellement avoisine 30%, une valeur proche de la moyenne suisse, mais nettement inférieure à la concurrence internationale. Cependant, une augmentation de l’enneigement artificiel dans le canton de Vaud est jugée « problématique », notamment en raison du coût financier et environnemental (impacts sur le paysage, consommation en eau, etc.) élevé. De plus, l’altitude relativement basse des stations vaudoises n’est pas un terrain propice  à une généralisation de l’enneigement artificiel tel que pratiqué ailleurs. Notons qu’en Autriche, où environ 70 % des pistes de ski sont enneigées artificiellement, c’est l’argument inverse qui est mis en avant pour justifier le recours massif à l’enneigement artificiel. En effet, la majeure partie des domaines skiables autrichiens sont situés à basse altitude, tout comme dans le canton de Vaud. Par exemple, l’altitude inférieure des stations de ski mondialement connues de Schladming et de Kitzbühl se situe à 745 mètres, respectivement à 800 mètres d’altitude (OCDE 2007).


Depuis les années 2000 environ, la sécurité de l’enneigement dans le canton de Vaud, n’est plus garantie en dessous de 1200 mètres d’altitude et les spécialistes prévoient une diminution de 20 à 40% de la durée d’enneigement dans le Jura et les Préalpes d’ici 2030 – 2050 (Bader & Kunz 1999), si bien que d’ici 2050, la sécurité de l’enneigement ne sera plus garantie en dessous de 1500 mètres d’altitude (SLF 2007). Si cette évolution  se confirme, de nombreux domaines skiables vaudois ne pourront plus être exploités, comme le montre le graphique ci-dessous.

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