Sich mit dem Alltäglichen arrangieren

$ynthese vom 27. Juli bis zum 11. August 2014

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Market Intelligence
Sich mit dem Alltäglichen arrangieren

In den Ferien ein anderes Leben führen

Wollten Sie schon seit langem einmal die Schürze eines Bäckers anziehen und Brötchen backen während die anderen noch tief und fest schlafen? Die Aussicht darauf, sich ganz allein in einer echten Backstube zu Recht finden zu müssen und wohl nur mittelmässige Brötchen zu backen, trübt Ihren Traum jedoch? Die Lösung bringt ein neues touristisches Angebot aus der Oststeiermark. In dieser landwirtschaftlich geprägten Gegend Österreichs, kann der Möchte-Gern-Bäcker den Herstellungsprozess von Brot verfolgen und selbst beim Backen Hand anlegen. Ein erfahrener Bäcker begleitet ihn jedoch beim Kneten, Formen und Backen des Brotes. Die Idee des Projekts Cult Trips ist es nämlich, den Besucherinnen und Besuchern zu ermöglichen, selbst etwas herzustellen und dies in Anwesenheit eines entsprechenden Experten, der mit Rat und Tat zur Seite steht. So kann man mitten in die Kultur der Ferienregion eintauchen und sich mit den Einheimischen garantiert austauschen. Ebenso authentisch, jedoch in anderer Hinsicht, ist der sogenannte Voluntourism bei dem es um ein freiwilliges und wohltätiges Engagement geht. Sein Ziel ist es, einen Beitrag zur Entwicklung eines Gemeinschaftslebens zu schaffen, was bei den interessierten Touristinnen und Touristen auf gewissen Erfolg stösst. Diese Art von Tourismus könnte sogar noch erfolgreicher sein, wenn er nicht Mängel in Bezug auf die Marketingstrategie aufweisen würde. So gibt es zwar genügend Angebote, diese sind jedoch nicht gut sichtbar und somit in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. Aus denselben Gründen richtete Sandra Dubas aus Sitten (Sion) auf dem sozialen Netzwerk Facebook eine gemeinschaftliche Seite mit dem Titel „Sion sortait?“ ein. Von nun an werden 1500 Mitglieder darüber informiert, was in Sitten läuft: Festivals, Konzerte, Ausstellungen… zahlreiche Möglichkeiten werden bekannt gemacht, ohne den Weg über die offizielle kulturelle Agenda des Tourismusbüros zu wählen. Aber nicht nur in der Walliser Hauptstadt, sondern im ganzen Kanton gibt es genügend Angebote für die ganze Familie. So wurden zum Beispiel im Val d’Hérens neue Sinneswege eröffnet. Zum grössten Vergnügen der Kinder können diese drei Lehrpfade mit Hilfe der fünf Sinne entdeckt werden. Die Baumstämme der Nadel- und Laubhölzer berühren, dem Gesang der einheimischen Vögel lauschen, den Duft der Erde zwischen den Fingern, der umliegenden Nadelhölzer und des von der Sonne erwärmten Granits einatmen, den Bach beobachten, der zwischen den Felsen dahinplätschert… Das ist das Ziel dieser neuen Art von Lehrpfaden. In Derborence geht es darum, sich an den Bergsturz im Diablerets Massiv vom 23. September 1714 zu erinnern: der Besucher/ die Besucherin kann sich dieses tragische Ereignis und das entsprechende Anrissgebiet erklären lassen. Die Geschichte wird im Rahmen eines Theaters des Produzenten Mathieu Bertholet von der Truppe MuFuThe erzählt. Am Wochenende vom 15. und 16. August gilt es an den Festlichkeiten, die von den Gemeinden Ardon, Conthey und Vétroz organisiert werden, teilzunehmen.

Touristische Leistungsträger, Meister der Steueroptimierung?

Nicht alle Länder profitieren auf gleiche Art und Weise vom Tourismus. In Frankreich betragen die jährlichen durchschnittlichen Einnahmen pro Tourist 645 USD, in den USA sind es 2000 USD. Obwohl Frankreich viele internationale Touristen anzieht, zieht es daraus nicht den erwarteten Profit. Die Kritiker von Airbnb zeigen mit dem Finger auf den Giganten der kollaborativen Wirtschaft. Airbnb wird unter anderem beschuldigt, das irische Steuerwesen zu hintergehen. Steueroptimierung für die einen, Steuerflucht für die anderen… Was es auch immer ist, mit 3‘426‘200 Euro Umsatz 2013, welche in Frankreich deklariert wurden, hat das Unternehmen nur 97‘692 Euro Steuern bezahlt. In Genf herrscht ein Konflikt, der ebenfalls ein Steuerproblem zum Vorschein bringt und bei welche öffentliche und private Leistungsträger einander gegenüberstehen. Dabei handelt es sich um Taxis mit gelben und Taxis mit blauen Schildern. Die privaten Taxis mit den blauen Schildern arbeiten mit den Hotels zusammen. Diese erhalten Kommissionen, welche die Zusammenarbeit sehr interessant macht. So ist es auch offensichtlich, dass die 250 privaten Taxis den Genfer Taximarkt austrocknen. Findet sich der Kunde in diesem Dschungel von privaten und öffentlichen Taxis und ausländischen Taxiunternehmen eigentlich noch zurecht? Und worauf lässt die Ankunft von Uber, dem Taxiservice, welcher von Google finanziert wird, in Genf schliessen? Zur selben Zeit bereitet man sich im Wallis auf die Zeit nach Weber vor. Konkret heisst das, dass die Sektion Wallis der Westschweizer „Union suisse des professionnels de l’immobilier (USPI)“ spezifische Kurse organisiert, welche sich mit den Auswirkungen der Weber-Initiative für diese Branche in den Bergregionen befassen.

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