Mit Crowdfunding touristische Infrastrukturen finanzieren

Untersuchung über eine in der Schweiz neue alternative Finanzierungsmethode

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Management
Mit Crowdfunding touristische Infrastrukturen finanzieren

Auf der Basis einer Partnerschaft zwischen dem Institut Tourismus und dem Institut Unternehmertum und Management der HES-SO Wallis/Valais ermittelt diese Studie die Identifikationsbasis touristischer Projekte und bringt eine Analyse des Einflusses von crowdfunding in der Tourismus Industrie der Schweiz.

Crowdfunding präsentiert sich als eine neue Finanzierungsart von Projekten, bei denen man eine grosse Menge Interessierter über das Internet an dem Projekt teilhaben lässt. Das crowdfunding erscheint somit als eine alternative Finanzierungsform für alle Projekte und insbesondere auch für touristische Projekte.

Aktuell sind 11 Plattformen in der Schweiz verfügbar, die es ermöglichen sich an der Finanzierung eines Projektes zu beteiligen. Dabei läuft die Mehrzahl der touristischen Projekte über WeMakeit und 100-days war die erste Plattform, welche die Kategorie „Tourismus“ integriert hat.

Die ersten Resultate dieser Studie wurden anlässlich der europäischen Tagung der Travel and Tourism Research Association vom 22. bis 25.  April 2015 in Innsbruck in Österreich vorgestellt (demnächst als Download verfügbar).

Die Autoren der Studie haben nicht weniger als 680 Projekte untersucht, die seit 2007 mittels crowdfunding finanziert wurden, um nach Anwendung qualitativer und quantitativer Kriterien zwei Arten von touristischen Projekten zu identifizieren: die Projekte, die streng genommen touristisch sind (8) und die Projekte, die potenziell touristisch sind (89). Bei einer Investitionssumme von 12,3 Millionen CHF, realisiert über die Schweizer crowdfunding-Plattformen, ergibt sich bei dieser Studie, dass 550‘000 CHF gesammelt wurden, um die 8 rein touristischen Projekte zu finanzieren und annähernd 535‘000 CHF  wurden in die 89 Projekte mit touristischen Potenzial investiert.

Zusammenfassend halten die Autoren fest, dass die rein touristischen und über entsprechende Gemeinden (5 Projekte) realisierten Projekte –  wenn man alle Projekte zusammennimmt – vom höchsten Finanzierungsgrad profitierten: 154% der gesammelten Beträge im Verhältnis zum Zielbetrag. Die potenziell touristischen Projekte ihrerseits, die in touristischen Gemeinden realisiert wurden, haben einen Finanzierungsgrad von über 111% erreicht.

Diese ersten Resultate werden derzeit durch eine im Tourismus-Management  spezialisierte internationale Zeitschrift publiziert. Ergänzend dazu bringt unser Interview mit dem ersten Tourismus-Unternehmen der Schweiz, das crowdfunding zur Verbesserung seiner Infrastrukturen benützt hat, Licht in die Erfolgsfaktoren dieser Kampagne und die erreichbaren Mehr-Werte durch diese neue Finanzierungsmethode.

Referenz

Grèzes, V., Emery, L., Schegg, R., Perruchoud, A. (2015) Crowdfunded Tourism Activities: Study on the Direct Impact of Swiss Crowdfunding Platforms on the Tourism Industry, Travel & Tourism Research Association 2015 European Chapter Conference, TTRA European Chapter 2015, Innsbruck, Austria

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