Womit kann man die Touristen der Generation Y begeistern?

Mit einem Wifi-Code und menschlichem Verhalten

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Kundensegmente
Womit kann man die Touristen der Generation Y begeistern?

Die Millennials werden von den Marketingleuten schon seit längerem beobachtet. Sicher repräsentiert jede Generation ihre Eigenheit und alles – auch das Gegenteil – wurde schon über diese famose Generation Y gesagt. Könnte es nicht doch möglich sein, einen gemeinsamen Nenner zu all diesen Analysen zu finden?

Wer sind denn diese famosen Millennials überhaupt? Aktuell sind sie zwischen 20 und 35 Jahren alt und repräsentieren ungefähr 24 % der erwachsenen Bevölkerung von Europa. Aus einer rein quantitativ gesehenen Sichtweise bilden sie also nicht die wichtigste Bevölkerungsgruppe. Hingegen beeinflusst diese Bevölkerungsgruppe massgebend die Entwicklungstendenzen. Die kreative Kraft der Jugend muss dabei nicht mehr bewiesen werden….

Ein  Millennial ist, entgegen vorgefasster Ideen, nicht automatisch ein junger Lohnempfänger oder ein Student ohne Geld. Viele unter ihnen sind Eltern, bereits in der Chefposition eines Unternehmens oder Beides; zudem melden sich die Vierziger auch schon am Horizont ….

Welches sind die Wünsche deshomo touristicus millenial?

Hier wird die Angelegenheit kompliziert. In was unterscheiden sich die Millennials von anderen Kundensegmenten? Wie kann man die Angebote ihren Bedürfnissen und ihrer Motivation anpassen? Man kann die Generation Y durch zwei Filter verstehen. Die Wirtschaft wird in erster Linie zu Recht als anfällig und instabil wahrgenommen. Schliesslich befindet sich das Internet im Herzen der Kultur der Millennials. Man könnte dabei gar von einer Symbiose zwischen Mensch und Maschine sprechen.

Es ist also eine Generation, die mit der Entwicklung des Internets gross geworden ist. Für sie passen das Internet und die touristische Erfahrung zusammen. Diese Elemente sind für sie sogar untrennbar. Man weiss schon, dass bei ihnen die sozialen Medien nicht ignoriert werden können. Man will teilen, („liken und gelikt werden“) und um jeden Preis „snapchatter“ und „instagrammer“ sein. Erinnern wir uns in dem Zusammenhang, dass das Walliser Tourismus Observatorium kürzlich drei Artikel zu den sozialen Netzwerken Snapchat, Instagram und Weibo publiziert hat. Ohne diese Kommunikationskanäle ist es schwierig, wenn nicht unmöglich, das Interesse der Millennialsvor, während oder nach einem Aufenthalt zu gewinnen.Der Millennial informiert sich, reserviert oder äussert seine Meinung immer online.

Die Millennials zeigen wenig Interesse für die „traditionelle“ Werbung. Sie interessieren sich eher für reviews von anderen Reisenden, also für eine wirklich vom Mund zum elektronischen Ohr geführte Kommunikation, bei der die sozialen Medien einen aussergewöhnlichen Resonanzkörper bilden. Für die Millennials ist also die Art und Weise sich zu informieren ein fundamentales Differenzierungselement. Plattformen, wie beispielsweise TripAdvisor oder Airbnb, geben die Möglichkeit, touristische Dienstleistungen aufzuzeichnen und zu kommentieren. Für die Generation Y ist das Internet ein Mittel, um sich dem Gastgeber, dem Restaurateur oder seinem zukünftigen Skilehrer anzunähern.

Die Millennials sind auch uneingeschränkte Anhänger der Shared economy, einem Phänomen, das die gesamte Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen betrifft. Im Gegensatz zu ihrer älteren Generation bewerten die jüngsten Konsumenten vor allem die Erfahrung und befreien sich gerne von gewissen materiellen Vorurteilen, die nicht mehr als eine unerlässliche Bedingung für ihr Glück wahrgenommen werden. Ihr Verhältnis zum Besitz ist beispielsweise sehr unterschiedlich im Vergleich zu der Generation aus dem Wirtschaftsboom (Trentes Glorieuses), um nur diese zu nennen. Die Millennais bevorzugen tatsächlich ein Konsumverhalten, das ganz auf das Teilen ausgerichtet ist. Dies ist ein Phänomen, das vor allem durch die Vervielfältigung der gemeinschaftlichen Plattformen im Internet gefördert wurde.

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Die touristische Erfahrung für die Millennials: ein persönlicher und warmer Empfang

Sandra Steving Villegas vom Unternehmen Fahrenheit 212 arbeitete für die Hotelkette Marriott, um das Herz dieser Kundschaft zu erobern (Resultate des Projekt hier). Nach Auskunft dieser Beraterin ist die Authentizität der Erfahrung vorrangig, um die Konsumenten der Generation Y zu begeistern. Dieser Austausch muss echt und natürlich sein, ganz im Gegensatz zu dem protokollorientierten Handeln grosser Betriebe. Dies setzt eine radikale Anpassung der Art und Weise wie die Tourismusfachleute auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen. Die „shared economy“ zieht einen Teil ihres Erfolgs aus dieser „echten“, authentischen und lokalen Beziehung.

Die Millennials im Wallis: Wifi-Code und menschlicher Kontakt

Die Jugendherberge von Saas-Fee empfängt nicht nur junge Studenten, sondern Kunden jeglichen Alters. Chantal Anthamatten, Direktorin dieses Betriebs, hebt hervor, dass die junge Generation sehr unabhängig ist. Die Jüngsten informieren sich über den Kauf des Abonnements für die Skipauschale bis hin zur Wahl des Restaurants auf TripAdvisor online. Genau darum verlangen die Millennials, nach der Erledigung der üblichen Formalitäten an der Rezeption, als erstes den Wifi-Code. Trotz dieser hohen Abhängigkeit von einer Internetverbindung wird der Mensch –  vor allem an der Hotelrezeption – nicht verschwinden, präzisiert Chantal Anthamatten. Selbst, wenn die nachfolgende Generation Z oder Centennials genannt, die heute weniger als 20-Jährigen, für uns bestimmt noch einige Überraschungen bereithalten wird. Eine Angelegenheit, die es weiter zu beobachten gilt.

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