Ein nachhaltiger Tourismus für die Alpen!

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Nachhaltiger Tourismus
Ein nachhaltiger Tourismus für die Alpen!

Am 8. Juni 2016 fand in Sonthofen die internationale Konferenz „Nachhaltiger Tourismus in den Alpen: eine Herausforderung (ohne Alternative)“ statt, die durch den deutschen Vorsitz der Alpenkonvention organisiert wurde. Zahlreiche Themen standen zur Diskussion, von denen die Kriterien „Mobilität“ und „Authentizität“ heftige Debatten hervorriefen.

Die Generation Y und die nachhaltige Entwicklung

In einem der vorhergehenden Artikel sprach das WTO von der Generation Y und dem Interesse dieser jungen Kundschaft für die Sharing Economy. In dem Projekt „Youth Alpine Express“ deckt sich die Sharing Economy mit der nachhaltigen Entwicklung. Tatsächlich beabsichtigt dieses Projekt, das von der CIPRA (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) lanciert wurde, eine nachhaltige Lebensart in den Alpenregionen zu fördern. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es ein einfaches Konzept: man sucht sich einen Ort in den Alpen aus und begrenzt seine Umweltbeeinträchtigung mithilfe der Methode: Ein guter Tag hat 100 Punkte.

Youth Alpine Express hat viel Erfolg mit der Promotion von Tourismus und einer nachhaltigen Lebensweise in den alpinen Regionen. Hier wird nicht belehrt, sondern Gruppen von jungen Leuten, die den Alpenraum bewohnen, teilen ihre Erfahrungen, schaffen Verbindungen, entdecken selbst oder lassen eine andere Art des Reisens entdecken. 

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Cristina Dalla Torre, Vorstandsmitglied der Jungen von CIPRA und Teilnehmerin der italienischen Equipe von „Youth Alpine Express“, erklärt: „Das Spannende an dieser Erfahrung ist, dass die Zeit während der Reise interessanter ist als die Destination selbst“. Fahrrad, Zug, Autostopp oder zu Fuss sind die Transportmittel, die die Teilnehmer benützt haben, um Mailand anlässlich der Weltausstellung in Rugelle (LI) für die Jahreskonferenz der CIPRA zu erreichen oder auch Bassano del Grappa (I) für das Parlament der Jungen der Alpenkonvention. Cristina Dalla Torre wird sich noch lange an ihre Gäste, Chauffeure und Reisebegleiter erinnern, mit denen sie einen kleinen Lebensabschnitt auf einigen Kilometern geteilt hat!

Ist diese Erfahrung ein weiteres Puzzleteil in der Erfolgsgeschichte der Sharing Economy? Auf jeden Fall sind es die Kontakte zwischen den Touristen und der einheimischen Bergbevölkerung, die hier von Bedeutung sind. Die Initiatoren des Projekts Bergsteigerdörfer haben das Interesse an diesen Kontakten richtig verstanden und umgesetzt, so dass die Bewohner der pittoresken Alpendörfer fantastisch davon profitieren konnten.

Bergsteigerdörfer – der Inbegriff von Authentizität

Die Identitätsplattform der alpinen Regionen ist die Begegnung mit den Bergbewohnern, die Suche nach der Authentizität und die Entdeckung verschiedener Kulturen, welche die wirklichen touristischen Trümpfe ausmachen. Das Projekt Bergsteigerdörfer kann sich rühmen, alle diese Kriterien zu erfüllen. Dank der Förderung eines neuen Tourismus entstand die Idee, diese typischen Dörfer bekannt zu machen. Im 19. Jahrhundert hat sich der alpine Tourismus aufgrund der Impulse der Alpinisten entwickelt. Das Projekt Bergsteigerdörfer gibt diesen Akteuren ihre Autonomie zurück und konzentriert sich auf das Wesentliche: den Berg.

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Aber womit könnte man eines dieser Alpinisten-Dörfer vergleichen? Es zeichnet sich in erster Linie durch seinen typisch alpinen Charakter aus, gefärbt durch sein dörfliches Ambiente und eingebettet in eine intakte Landschaft mit einer für den Tourismus limitierten Infrastruktur. Deshalb ist es verständlich, dass sich die durch diese Dörfer vermittelten Werte weit weg von der Idee eines Massentourismus befinden. Dieses Projekt strahlt auch eine gewisse Ehrlichkeit und Demut aus. Roland Kals betonte, dass sich zahlreiche alpine Regionen auf einen Wettkampf der Superlative eingelassen hätten. Es ginge immer um dieselbe Thematik: grösser, höher, weiter…, aber nicht gerade innovativer. Die Bersteigerdörfer schlagen deshalb vor, den Berg wieder zu entdecken, echt und ungekünstelt. Ist die wiedergefundene Authentizität nicht das Nonplusultra der Innovation?

 

Quellen:

Conférence Tourisme durable dans les Alpes : un défi (sans alternative), 8. Juni 2016 im Sonthofen Deutschland.

Österreichischer Alpenverein & Deutscher Alpenverein, 2015. Kleine und feine Bergsteigerdörfer zum Geniessen und Verweilen. Österreichischer Alpenverein: Innsbruck.

Titelbilder: http://youthalpineexpress.eu/trips/gallery

 

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