3D Kartographie des Airbnb Phänomens im Wallis und in der Schweiz

Blitzschnelles Wachstum im Wallis

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e-Tourismus und Technologie
3D Kartographie des Airbnb Phänomens im Wallis und in der Schweiz

Blitzschnelles Wachstum im Wallis

Das fast uneingeschränkte Wachstum der Popularität von Airbnb, das vom Walliser Tourismus Observatorium (WTO) regelmässig erhoben wird, geht sowohl auf nationalem Niveau als auch im Wallis weiter (siehe unsere Analyse vom September 2016).

Unsere letzte Erhebung für das Wallis erfolgte am 9. Dezember 2016: sie erfasste insgesamt 3‘650 Anzeigen. Das Monitoring, das wir seit Oktober 2014 betreiben, beweist die rasende Entwicklung des Phänomens im Wallis:

  • 419 % Zunahme vom Oktober 2014 bis Dezember 2016! Das Phänomen verstärkt sich….
  • 38 % Zunahme in 6 Monaten, vom Juni bis Dezember 2016! Das Phänomen beschleunigt sich…
  • Airbnb repräsentiert aktuell 56 % des Walliser Hotel Angebots

Erste juristische Einschränkungen in den grossen Städten

Der rasende Aufstieg des Phänomens Airbnb erschüttert die traditionellen Sektoren des Tourismus immer mehr, denn der Marktführer der Unterkunftsvermietung zwischen Privaten will sich nicht mehr auf die Zurverfügungstellung von Unterkünften beschränken, sondern strebt danach, zu einer vollständigen Reiseplattform zu werden, die erlaubt, „Erlebnisse“ zu reservieren (z. B. Planung von touristischen Aktivitäten oder von Shopping). Der Erfolg von Airbnb kann heute nicht mehr ignoriert werden. Deshalb übernehmen zahlreiche Städte in Europa (Amsterdam, Barcelona, Paris usw.) schrittweise Regeln, welche die Aktivitäten dieser weltbekannten Plattform flankieren resp. einschränken. Es kommt deshalb vermehrt zu juristischen Auseinandersetzungen mit der Firma. Kürzlich hat New York erreicht, dass Airbnb mit der Stadt kooperiert, indem es von der Vermietungsplattform alle Anzeigen eliminiert, die nicht mit der Gesetzgebung konform sind.

Eine 3D Kartographie des Phänomens in der Schweiz: Airbnb verglichen mit der Hotellerie

In diesem Zusammenhang hat das WTO zum Ende dieses Jahres eine 3D Kartographie mit der Airbnb Ausbreitung auf dem Schweizer Markt erstellt, um einen Vergleich mit dem Angebot der klassischen Beherbergung (Hotellerie) zu machen. Die auf den Karten ersichtlichen Informationen übernehmen auf der einen Seite die Daten unserer letzten Studie über Airbnb (Stand Ende Juni 2016) und auf der anderen Seite die Daten von www.swisshoteldata.ch, welche die Koordinaten und die Anzahl der Betten von 3‘715 Schweizer Hotels erfassen. Diese Datenbank wurde uns von hotelleriesuisse zur Verfügung gestellt.

Wie werden die 3D Karten gelesen?

Die 3D Topographie in den Karten repräsentiert das Beherbergungsangebot bezogen auf die Anzahl der Betten. Die Farben rot bis gelb beziehen sich auf das Airbnb Angebot (48‘198 Betten in 18‘494 Objekten in der ganzen Schweiz), während die Farben blau bis violett das Hotelangebot betreffen (ca. 220‘000 Betten in mehr als 3‘700 Hotels).

Drei „Champions“  in der Schweiz: Genf, Basel und Zürich

Auf den ersten Blick stellt man gut lokalisierte Beherbergungsspitzen und diffusere Zonen fest, was auf regional unterschiedliche Beherbergungskapazitäten zurückzuführen ist. Man kann ganz klar 3 „Champions“ erkennen (Genf, Basel und Zürich), gefolgt von der „2. Klasse“ (in blau auf der Karte wie z. B. Zermatt oder Lausanne). Unter  den „Champions“ ist Basel der einzige Ort, wo das Betten Angebot von Airbnb sozusagen gleich gross ist wie dasjenige der Hotels. Bei den anderen Orten existiert noch eine Wachstumsmarge.

Figure3 Offre Ch

Figure4 Offre Hotel Ch

Figure5 Offre Bnb Hotel Ch

Das Wallis unterscheidet sich: Airbnb investiert eher in Regionen, wo die Hotellerie abwesend ist

Eine bemerkenswerte Beobachtung ist, dass die Spitzen (Airbnb und Hotels) sich in der gesamten Schweiz an denselben Orten befinden ausser im Wallis, wo Airbnb sich beispielsweise in Verbier, Nendaz, Crans-Montana aber nicht in Zermatt durchsetzt. Die Erklärung ist in der Wichtigkeit des Bestandes der Parahotellerie Beherbergung (Zweitwohnsitze, Chalets und Ferienappartements) zu suchen, der in Verbier, Nendaz und Crans-Montana sehr stark ist, aber deutlich schwächer in Zermatt. Es scheint also, dass das durch Airbnb verkaufte Parahotellerieangebot und die Hotellerie, im Wallis zusammenleben ohne sich zu sehr zu konkurrenzieren. . 

Figure7 Offre Bnb Vs

 

Figure8 Offre Hotel Vs

 

 

Andere Situation in Genf, wo die Konkurrenz von Airbnb ganz klar erscheint

In Genf kann man beobachten, dass sich die Strukturen der Beherbergung (Hotels, und Airbnb), mit einigen Nuancen allerdings, alle rund um den See organisieren. Die Hotels sind dabei eher ganz im Zentrum zu finden als die Unterkünfte, die durch Airbnb angeboten werden. Im Übrigen zeigt es sich, dass Airbnb vorzugsweise 3 Quartiere belegt: Eaux-Vives, Pâquis et Plainpalais. Es ist sehr interessant festzustellen, dass es ausserhalb des Zentrums kaum Airbnb Angebote gibt.

Figure9 Offre Bnb Ge

Figure10 Offre Hotel Ge

 

Methodologische Anmerkungen

Wir haben die Methode der geographischen Glättung angewendet, um das Angebot zu präsentieren (durch Anwendung der Formel  von Silverman). Die geographische Glättung besteht dabei nicht darin die beobachteten Werte in einem gegebenen Territorium aufzuzeigen, sondern einen gewichteten Durchschnitt der ringsum beobachteten Werte zu berücksichtigen.

Achtung Skalenwechsel berücksichtigen!  Es werden nicht dieselben Massstäbe für die kantonalen und diejenigen der Schweiz angewendet.  Die Grösse des Konvolutions-Fensters hängt von der Grösse des Gebietes ab und die Kantone sind kleiner als die Schweiz: ein Pixel für  900 m für die Karten der gesamten Schweiz  und 50 m für die kantonalen Karten.

Die Darstellung in den Grünnuancen für den Gemeindegrund haben ausschliesslich zum Ziel das Gemeindegebiet sichtbar zu machen.

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