Online Reiseagenturen (OTA) pflegen ihre Beziehung zu den Hoteliers

Trends in Kürze

0
Market Intelligence
Online Reiseagenturen (OTA) pflegen ihre Beziehung zu den Hoteliers

Seit einem Jahr überbieten sich sowohl Expedia als auch Booking.com bei der Einführung von technologischen Lösungen zugunsten der Hoteliers. Sind das ehrliche Absichten, um die Branche mit leistungsfähigen Tools zu versorgen, oder handelt es sich dabei um die Notwendigkeit, mit den Hotels wieder in Verbindung zu treten? Aus der Perspektive der Konkurrenzfähigkeit als Politik bleibt den Online Reiseagenturen (OTA) gar nichts anderes übrig als zu handeln, um ihre Beziehung zu den Hoteliers zu pflegen.

Erwähnenswert ist, dass sich die Online Reiseagenturen auf verschiedenen Sektoren von europäischen Regierungsinstanzen befinden. Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und nun auch die Schweiz stellen sich gegen die Tarifbedingungen, die durch diese Plattformen den Hoteliers aufgezwungen werden. Diese Klauseln, die den Hoteliers verbieten, attraktivere Preise anzubieten als auf den OTA-Plattformen, werden als missbräuchlich wahrgenommen. Diese Situation ist auch Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen Booking.com und der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Europa beabsichtigt weiterhin zu handeln, indem von den Online Reiseagenturen verlangt wird, die Ergebnisse ihrer Geschäftstätigkeit darzulegen. Frankreich verlangt bereits eine grössere Transparenz der OTAs und der OTA-Plattformen (Airbnb, Abritel, TripAdvisor usw.), was ab 1. Januar 2018 in Kraft tritt.

Parallel dazu erlauben die Ambitionen der Startups und die Offensive von Airbnb den OTAs nicht, die Entwicklung „mit verschränkten Armen“ zu betrachten. Die Möglichkeit, zusätzliche analytische Tools und Beratung zur Verfügung zu stellen, gibt den Online Agenturen eine echte Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen. 

Verstärkung der Online Präsenz, Analyse der Leistungsfähigkeit, Bewirtschaftung der Kundenbeziehung, e-Reputation, BookingSuite werden seit einiger Zeit zur Unterstützung von kleineren Strukturen bereits angeboten. Vor einem Jahr hat Booking.com, um seine Tool Box weiter auszubauen, RateIntelligence lanciert. Diese erlaubt es den Hoteliers, die Tarifentwicklung ihrer Konkurrenten zu beobachten und ihre Preise zu übernehmen.

Die Aktualisierung der in diesem Herbst von Expedia vorgeschlagenen Lösungen über das Portal EPC stellt den Hoteliers nun die gleichen Funktionalitäten zur Verfügung wie diejenigen seines Rivalen Booking.com. Es wurde zuerst EPC Property Analytics integriert, mit dem die Leistung gemessen und mit seinen Konkurrenten verglichen werden kann. Zudem hat die Plattform die Funktionalitäten von Rev+ aktualisiert, mit welcher die Einkünfte analysiert und optimiert werden können.

Auch wenn die Online Reiseagenturen ihre Kompetenz im technologischen Bereich nicht mehr beweisen müssen, so wollen sie nun den Unterschied zur Konkurrenz bei der menschlichen Begleitung der Dienstleister erreichen. Expedia will sein Consulting-Angebot verstärken. Annähernd 3'000 Spezialisten des Sektors sind bereits im Einsatz und im direkten Kontakt mit den Dienstleistern. Diese Vision beginnt sich auch bereits in anderen Bereichen von Expedia auszubreiten. Dies ist der Fall bei meta search und dem Preisvergleicher-Portal Trivago. Nachdem diesen Sommer die Funktionalität von „Comparaison des tarifs“ in seine professionelle Lösung integriert wurde, hat Trivago im Oktober die Einführung von „Trivago Hotel Relations GmbH“ angekündigt mit dem Ziel, die Geschäftsbeziehungen mit den unabhängigen Hotels zu verstärken, um ihre Begleitung im Online-Verkauf sicherzustellen.

 

comments powered by Disqus