Strukturelle Probleme für die Wintersportstationen

Trends in Kürze

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Strukturelle Probleme für die Wintersportstationen

Die Wintersportstationen sehen sich – trotz eines vielversprechenden Winters – mit strukturellen Schwierigkeiten konfrontiert und müssen sich nun bei der Erneuerung ihrer Kundschaft den Herausforderungen stellen.

Die rigorosen Wetterbedingungen dieses Winters könnten es uns vergessen lassen, aber die seit einigen Jahren bekannte Tendenz zeigt auf, dass die Schneeperioden immer kürzer werden und damit auch die Saison der Skibetriebe. Die Skiorte haben keinen Einfluss auf das Klima, aber es gibt andere prekäre Aspekte, bei denen die Organisatoren dringend handeln müssten. Die Schwächung dieses Sektors und vor allem die Schwierigkeiten, denen die kleinsten Stationen ausgesetzt sind, kamen durch den rapport annuel de la Cour des Comptes ans Tageslicht. Bei einer Management-Kontrolle, die bei 17 Skigebieten in den französischen Alpen durchgeführt wurde, hat die Aufsichtsbehörde festgestellt, dass hier lokale Konkurrenzstrategien vorherrschen. Deshalb plädiert die Behörde mit Nachdruck für einen Wechsel zu einer solidarischen Politik.

Unter den Herausforderungen, die den Bergtourismus erwarten, erscheint die Erneuerung der Kundschaft als eine der wichtigsten Aufgaben. Die Jungen werden – vor allem im Winter – kaum mehr von den Bergen angezogen. Dies ergab eine Umfrage, die vor Kurzem von Atout France bei 6000 Vertretern aus 13 unterschiedlichen Ländern der Generation der «Millenials» (18-25 Jahre) durchgeführt wurde. Interessant ist dabei, dass diese Bevölkerungsgruppe einen Besuch der Berge nur in der Sommersaison oder zumindest ausserhalb der Skisaison bevorzugt.

Die Tatsache, dass die Millenials sich im Winter fünf Mal mehr von einem Aufenthalt in der Stadt angezogen fühlen als von einem Aufenthalt in den Bergen, lässt keinen Zweifel mehr daran, wie unerlässlich für die Wintersportstationen eine Diversifizierung ihrer Aktivitäten sowie die Integration touristischer Multi-Saisons Strategien sind.

Könnte eine Berücksichtigung ökologischer Aspekte, die wirklich ernst genommen wird, zur Aufwertung der Attraktivität der Berge und des Skisports im Winter bei den Millenials führen? Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich die neuen Generationen Gedanken über das Verhältnis von Natur und High-Tech machen. Diese Generationen fühlen sich zu einer neuen Art von nachhaltigem Konsum verpflichtet. Folglich könnte die Initiative label flocon Vert, die durch die Vereinigung Mountain Riders lanciert wurde, diese neuen Generationen begeistern.

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