Agrotourismus in der Schweiz

Trends in Kürze

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Agrotourismus in der Schweiz

Nach Aussage von Chantal Favre, Verantwortliche der Antenne Romande des Schweizer Agrotourismus, erlebt der Agrotourismus in der französischsprachigen Schweiz einen bemerkenswerten Aufschwung. Agritourisme Suisse zählte 2017 mehr als 300 Mitglieder und hat 2016 die Anzahl von 31'000 Übernachtungen überschritten. 80 % der Kundschaft waren schweizerisch. Die lokale Online-Agentur e-domizil bietet eine Auswahl von mehr als 130 Häusern, Zimmern und Wohnungen zur Vermietung an. Hier kann man die Ferien auf dem Bauernhof verbringen und die ländlichen Gebiete der Schweiz entdecken. Die Agentur ist auch Partner von Schweiz Tourismus für die Vermietung von Alphütten. Dies ist ein Angebot von Tourismus Schweiz anlässlich der Promotionskampagne von Sommer 2017 mit dem Titel «Zurück zur Natur».

Myst Agritourisme 

Quelle: MySwitzerland.com

Gemäss einer Studie des Walliser Tourismus Observatoriums aus dem Jahr 2014 ist im Wallis der Direktverkauf von Landwirtschafts-Produkten die im ländlichen Tourismus am häufigsten angebotene Dienstleistung. Geführte Besichtigungen der Bauernbetriebe und die Restauration sind auch sehr gefragt. Die Beherbergung auf dem Bauernhof wird hingegen selten angeboten, weil dies grössere Investitionen voraussetzen würde und die zahlreichen juristischen Vorschriften im Zusammenhang mit den ländlichen Gebieten eine Realisierung von Unterkünften dieser Art erschweren.

Die Investitionsunterstützungen durch die «Schweizer Berghilfe» ist für die Landwirte und Bergbauern, die sich in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld befinden, sehr wertvoll. Die Unterstützung dieser Vereinigung ist für die Schweizer Landwirte und Bergbauern eine Herzensangelegenheit, wie die Rekordsolidarität von 2017 deutlich beweist. Die Stiftung hat im vergangenen Jahr tatsächlich 31,2 Millionen Schweizer Franken gesammelt. Dies entspricht einem Betrag, der seit 12 Jahren nicht mehr erreicht wurde. Die Stiftung hat vorwiegend Projekte in den grossen Bergkantonen Graubünden und Bern unterstützt, gefolgt von Luzern und St. Gallen. Das Wallis erscheint, genau wie die übrigen Westschweizer Kantone im ländlichen Bereich, nicht in vorderer Position der Listen der durch die Stiftung Begünstigten.

Nachstehend werden zwei aktuelle Projekte des agrotouristischen Angebots im Kanton Graubünden bzw. im Wallis präsentiert. Sie konnten Beide von der Unterstützung der Stiftung «Schweizer Berghilfe» profitieren.

  • Graubünden – Reitstall in Scuol

Der Reitstall San Jon in Scuol im Kanton Graubünden bietet Reitlager für Schüler, mehrtägige Trekkings, Kutschen- und Schlittenausflüge oder Ferien mit dem eigenen Pferd an. Jedermann, vom Anfänger bis zum Profi, kommt dabei auf seine Rechnung. Die Betreiber bieten Unterkünfte und ein Restaurant mit regionaler Küche an. Der Landwirt Men Juon strebte dabei, neben seiner Zucht von Mutterkühen oberhalb von Scuol, eine Diversifizierung seiner Aktivitäten an.

Cheval

Quelle: Schweizer Berghilfe

  • Wallis – ein neues agrotouristisches Angebot im «Val de Bagnes»

«La Ferme du Soleil», in der Nähe der Station Verbier, ist die erste «Table d’hôtes» in der Region mit einem grossen touristischen Potenzial. Sie bietet landwirtschaftliche Produkte zum Verkauf sowie einheimische Gerichte zur Degustation vor Ort an. Das Fleisch und die übrigen Produkte des Bauernhofs werden in einem Bereich mit bis zu 40 Gedecken angeboten, der sich zu einem Treffpunkt zwischen Touristen und Einheimischen entwickeln soll. Der Betrieb züchtet Eringer Kühe, Kälber, Hühner, Schweine und Kaninchen, welche von durchreisenden Touristen angeschaut und fotografiert werden können.

 

Titelfoto: Valais-/Wallis-Promotion/Stephan Engler

Referenz: Walliser Tourismus Observatorium. Activités agritouristiques en Valais, 01.11.2014. Studie verfügbar hier.

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