Smarter Tourismus und Destinationsmanagement sowie Kundenbindung

Trends in Kürze

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e-Tourismus und Technologie
Smarter Tourismus und Destinationsmanagement sowie Kundenbindung

Das Vorhaben, sich als «intelligente» oder «smarte» Destination zu profilieren, wird zu einer wichtigen Herausforderung für die Tourismusakteure. Immer mehr Akteure setzen sich gleichzeitig mit globalen sowie innovativen und intelligenten Lösungen auseinander, um die touristische Entwicklung ihrer Region zu fördern. Zusätzlich zur Förderung eines erleichterten Zugangs zu den touristischen Dienstleistungen wird bei den Initiativen zum «Smart Tourism» (intelligenter Tourismus) generell darauf geachtet, lokale Communities miteinzubeziehen, um somit zu einer Verbesserung der Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung beizutragen. Die Einführung von intelligenten Technologien durch die DMOs (Destinations Management Organisation) stand im Diskussionsmittelpunkt der letzten Internationalen Tourismus Börse ITB in Berlin.

Bezüglich der Problematik, die sich in den internationalen Destinationen in Form einer starken touristischen Frequenz zeigt, gilt das Potenzial des «smart tourism» als ideal, um den starken Touristenströmen entgegenzuwirken. Man sieht immer häufiger, dass die traditionelle Rolle der DMOs gegenüber Dienstleistern, die über Kommunikationsmittel verfügen, welche die Verteilung und den Verkauf von Dienstleistungen an eine internationale Kundschaft erleichtern, ihre Relevanz verliert. Bei Überlegungen, wie man die Destinationen in Zukunft am besten führen und kommerzialisieren könnte, steht der intelligente Tourismus an oberster Stelle auf der Liste, d. h. es geht um die Art und Weise, wie die Destinationen ihre Kundenerfahrungen mit einem optimalen Einsatz der vorhandenen Technologien verbessern können.

Auf Anregung der Europäischen Union wurde ein Wettbewerb mit dem Ziel lanciert, die europäische Hauptstadt des intelligenten Tourismus zu wählen. Die auserkorene Stadt wird am 7. November 2018, im Rahmen des europäischen Tourismustages, bekannt gegeben.

Der intelligente Tourismus ist dabei nicht nur den grossen Metropolen vorbehalten. Die Destinationen des Bergtourismus haben durchaus auch eine gute Chance, diese Auszeichnung zu gewinnen. Die alpinen Destinationen haben sogar gewisse Vorteile bei der Umsetzung des Projekts «smart destination», weil sie kleiner als die Stadtdestinationen sind und mit einer stärkeren Konzentration der Akteure als in den urbanen Destinationen rechnen können.

Chamrousse, eine der ältesten Bergstationen in den französischen Alpen, setzt auf den intelligenten Tourismus, um sich mit der Moderne zu verbinden. Die Station liess sich durch Modelle wie «smart homes» (vernetztes Haus), «smart grid» (vernetzte Quartiere) und «smart cities» (vernetzte Städte) inspirieren. Chamrousse reduziert das Konzept auf die intelligente Station. «Chamrousse 2030» ist weit davon entfernt, lediglich eine Integration von neuen Technologien anzustreben, um die Vernetzung aller teilnehmenden Parteien zu vereinfachen. «Chamrousse 2030» strebt vor allem eine Veränderung zu einem vorbildlichen Führungsmodell an und will zeitgleich die Herausforderungen einer ökologischen, klimatischen, energetischen und technologischen Umwandlung vornehmen.

In Bezug auf die bereits umgesetzten Projekte profitiert die Station von Saisies von den digitalen Spuren ihrer Kundschaft, da sie auf eine präzise Art und Weise die Verhaltensweisen ihrer Skifahrer erfassen kann. Dadurch können die Bedürfnisse der verschiedenen Kundensegmente vorausgesehen und die Werbekampagnen für die Tourismusakteure zielgerichteter geführt werden. Dies wird möglich dank einer sinnvollen Nutzung der generierten Daten an bestimmten Zugangspunkten und der Verbindung dieser Informationen mit soziodemografischen Informationen. In dieselbe Richtung geht die Initiative von Val Thorens hinsichtlich eines intelligenten Managements der Kundenanbindung.

 

Foto: Shutterstock

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