Die Auswirkungen der COVID-19 Krise auf das Suchverhalten von Schweiz Reisenden

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e-Tourismus und Technologie

In einer kürzlich durchgeführten Studie von HotellerieSuisse zusammen mit dem Institut für Tourismus der HES-SO Valais-Wallis wurde aufgezeigt, welche wirtschaftlichen Auswirkungen das Coronavirus auf die schweizerische Hotellerie hat. In einem weiteren Schritt führte das Institut in Zusammenarbeit mit HotellerieSuisse und Schweiz Tourismus am 23. und 24. März 2020 eine online Befragung bei den Akteuren des Schweizer Tourismus durch. Damit will man eine Gesamtevaluation des Impakts der Cononavirus-Krise auf die Tourismusbranche durchführen. Die Ergebnisse dieser Umfrage lassen sich über ein Dashboard vom Walliser Tourismus Observatorium abrufen und der detaillierte Bericht ist hier verfügbar.

Suchmaschinen und Metasuche stehen zu Beginn des Traveler Journey. Sie sind wichtig in der Inspirations-, Such-, Entscheidungsphase und gewissermassen Frühindikatoren für die touristische Nachfrage. Der enorme Impakt, den die Coronavirus-Krise auf die Tourismusbranche hat, wird beispielsweise über Analysen auf Google Trends ersichtlich. Dieser Online-Dienst von Google zeigt auf, welche Suchbegriffe von Nutzern der Suchmaschine Google wie oft eingegeben wurden. Auch Aktivitäten auf Metasuchmaschinen reflektieren Aktivitäten potentieller Touristen vor einer Reisebuchung. Daten von Koddi, einem Anbieter von Marketing-Technologie für Werbetreibende in der Reisebranche, erlauben beispielsweise ein Monitoring des Hotel Suchvolumens auf Metasuchmaschinen wie Trivago oder Kayak durchzuführen.

Um den Impakt der Coronavirus-Krise auf den Schweizer Tourismus zu analysieren, haben wir Daten von Google Trends analysiert und auch exklusiv Daten der Firma Koddi für den Schweizer Markt erhalten.

 Graphique 1

 

Diese Grafik basierend auf Daten von Google Trends zu den Suchbegriffen «Zermatt», «Verbier», «Switzerland», «Travel» und «Holiday» im Betrachtungsraum 01. Januar – 24. März 2020 zeigt, wie das Suchverhalten direkt mit dem Aufkommen der weltweiten Corona-Krise zusammenhängt. Der Suchtrend nach touristischen Begriffen nahm im betrachteten Zeitraum kontinuierlich ab, was sich dann auch direkt in der Nachfrage wiederspiegelte. Zur selben Zeit nahm die Suche nach «Coronavirus» stetig zu. Der Peak um Mitte März lässt sich möglicherweise durch den Beginn der Krise mit Restriktionen in den meisten Ländern der Welt erklären. So wurde der Begriff «Coronavirus» wohl vermehrt im Zusammenhang mit Reisethemen zu touristischen Destinationen gesucht.

Noch deutlicher wird der Rückgang auf der folgenden Grafik von Koddi:

 Graphique 2

 

Die Daten von Koddi zeigen, im Gegensatz zu dem weltweiten Suchmaschinenvolumen von Stichwörtern auf Google, die Veränderungen des Metasuchvolumens für Hotels in der Schweiz von 2019 im Vergleich zu 2020 (Year over Year Search Volume). Dann wird die Anzahl der insgesamt bestätigten COVID-19-Fälle innerhalb des Landes als Kurve darübergelegt, um zu sehen, wie das Suchvolumen mit der zunehmenden Zahl der bestätigten Coronavirus Fälle abnimmt. Die Zahl der bestätigten Fälle stammt aus einem koordinierten Datensatz, der von der Johns Hopkins University zusammengestellt wurde. Der Effekt, den die Coronakrise auf die Branche hat, wird in der Grafik direkt ersichtlich. Es lässt sich feststellen, dass im Januar und sogar bis Anfang Februar das Gesamtvolumen der Suchanfragen zu Hotels im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres gestiegen ist. Das Suchvolumen beginnt jedoch ab Mitte Februar nachzulassen und ist ab dem 22. Februar, wenige Tage vor der Bekanntgabe des ersten bestätigten Falles am 25. Februar, im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich hoch. Da die Zahl der bestätigten Fälle zunimmt, nimmt das Gesamtsuchvolumen rasch ab. Man kann sehen, dass der Rückgang im März weitergeht. Am 19. März, als die Schweiz begann, Versammlungen von mehr als fünf Personen zu verbieten, ging das Gesamtsuchvolumen im Vergleich zur selben Zeit des letzten Jahres um über 70% zurück.

Diese Erkenntnisse lassen darauf schliessen, dass unter Beobachtung dieser Suchtrends auch Prognosen möglich sind, die auf das Wiederaufkommen des Tourismus schliessen lassen. Wird sich die Situation um das Coronavirus erholen, so kann davon ausgegangen werden, dass vor der effektiven touristischen Nachfrage erst das Suchvolumen nach Begriffen um die Reisebranche und touristische Orte steigen wird. Das Tourismus Observatorium wird solche Informationen in den nächsten Wochen genau monitoren, um der Branche schon früh Inputs zu den Markttrends geben zu können und entsprechend die Signale für eine Trendumkehr kommunizieren zu können. Bleiben Sie am Ball.