Der Impakt der Coronavirus-Krise auf Angebot und Nachfrage von Airbnb in der Schweiz

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Mit der vorliegenden Studie wollen wir die Entwicklung des Angebots und der Nachfrage von Airbnb in der Schweiz zwischen Januar 2019 und April 2020 analysieren. Die Analyse der zeitlichen und räumlichen Entwicklung von Airbnb auf der Basis der monatlichen AirDNA Daten liefert wertvolle Erkenntnisse für das generelle Verständnis des Phänomens und zeigt auf, wie sich die Coronavirus-Krise auf Airbnb in der Schweiz auswirkt.

Seit 2014 beobachten wir die Entwicklung des Airbnb-Phänomens in der Schweiz. Während im Oktober 2014 lediglich 6‘000 Objekte auf Schweizer Ebene gezählt wurden, zeigte unsere letzte Analyse im September 2019 , dass in der Schweiz während des gesamten Jahres 2018 rund 49‘000 Objekte auf der Airbnb-Plattform erfasst worden sind, von welchen etwas mehr als 44’000 Objekte mindestens einmal gebucht wurden. Die vorliegende Analyse zählt fürs Jahr 2019 ein Total von 53‘300 angebotenen Airbnb Objekten, von welchen schlussendlich 50‘500 mindestens einmal gebucht wurden. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Airbnb weiterhin wächst.

Aufgrund der Coronavirus-Krise sank das Airbnb Angebot in der Schweiz im April gegenüber dem Vorjahr. Während im Februar (+31%) und im März (+6%) schweizweit im Vergleich zum Vorjahr noch ein Wachstum der gebuchten Objekte verzeichnet wurde, kam es im April zu einem signifikanten Einbruch von -22%.

In Bezug auf die Nachfrage, zeigt die Entwicklung der Gesamtzahl reservierter Tage, dass die Nachfrage in den Monaten Januar-April 2020 gegenüber dem Vorjahr um 10% gestiegen ist. Die Auswirkungen der Covid-Krise wurden jedoch im April deutlich, der mit knapp 200‘000 gebuchten Tagen einen Einbruch von -36% im Vergleich zum Vorjahr aufwies.

Die monatlichen Umsätze von Airbnb schwanken zwischen knapp 40 Millionen Franken in der Zwischensaison (Mai, November 2019) und über 80 Millionen Franken in der Hochsaison (August 2019, Februar 2020). Fürs Jahr 2019 ergibt dies ein Gesamtumsatz von rund 640 Millionen Franken. In den ersten 4 Monaten des Jahrs 2020 liegt der Umsatz insgesamt bei 243 Millionen Franken und 29% höher als derjenige des Vorjahrs (188 Millionen Franken). Dies ist sicherlich der guten Wintersaison bis Mitte März 2020 zuzuschreiben.

Die Analyse auf kantonaler und lokaler Ebene zeigt, dass die Auswirkungen der Krise geographisch sehr unterschiedlich sind und vor allem die grossen Städte (Basel, Bern, Genf und Zürich) im März und April darunter leiden. Massive Nachfrage-Einbrüche verzeichnet die traditionell auf eine internationale Kundschaft ausgerichtete Destination Interlaken (Umsatzeinbruch von 79% im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr). Die Airbnb-Anbieter der klassischen Ferienregionen blieben von der Krise weitgehend verschont. Für die Periode Januar bis April 2020 weisen diese Regionen, trotz Einbrüchen im April, im Vergleich zum Vorjahr Umsatzanstiege auf. Bei den Top-Destinationen Davos und Zermatt entspricht dies 45%, respektive 55%.

Studie (auf deutsch)

 

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