Porträt der amerikanischen Touristen in der Schweiz

SegmentDeClientele Comportement Usa Valais Suisse

Der amerikanische Markt erlebte in den vergangenen Jahren in der Schweiz und im Wallis ein starkes Wachstum. Was sind das für Reisende? Es handelt sich dabei um eine eher junge aber kaufkräftige Kundschaft, die Anhänger der sanften Mobilität und Bergaktivitäten sind und sich ganz besonders dafür interessieren, die kulturellen Besonderheiten der Schweiz zu entdecken.

 

Ein dynamischer Markt

Gemäss Informationen von Schweiz Tourismus* repräsentieren die Besucher aus den Vereinigten Staaten 3 % des touristischen Aufkommens in der Schweiz. Sie sind hinter Deutschland (12.5 %) zusammen mit dem Vereinigten Königreich der zweitwichtigste ausländische Quellmarkt.

Obwohl er sich manchmal im Schatten der sehr schnell wachsenden asiatischen Märkte befindet, ist der amerikanische Markt von diesen fernöstlichen Märkten nicht zu übertreffen. Im Verlauf der vergangenen drei Jahre hat die Anzahl der Hotelübernachtungen der Amerikaner in der Schweiz um 5.5 % zugenommen. Im Wallis hat ihre Übernachtungszahl zwischen dem November 2016 und November 2018 gar zweistellig (+ 35 %) zugenommen. Aus Sicht der Hotelübernachtungen etablieren sich im Wallis die Vereinigten Staaten (3.2 %) inskünftig hinter Frankreich (4.1 %) und Deutschland (3.7 %) als drittwichtigster ausländischer Quellmarkt.

Reiseverhalten in der Schweiz

  • Zürich, Bern und das Wallis sind die meist besuchten Kantone

Die touristische Nachfrage der Amerikaner scheint sich tendenziell auf einige Schlüsselregionen zu konzentrieren. Tatsächlich fokussieren sich 10 % der gesamten touristischen Ströme auf fünf Regionen. Der Kanton Zürich (20 %) ist dabei bei den Amerikanern am beliebtesten, knapp vor der Region Bern (19 %). Mit 12 % erreicht das Wallis den dritten Platz, gefolgt von Genf (10.2 %) und von Luzern (10 %). Graubünden als direkter Konkurrent des Wallis erreicht mit 8.8 % den 6. Rang.

Auch wenn die Mehrheit der ausländischen Gäste die Schweiz während der Sommersaison (55 %) besucht, ist dennoch das Verhalten der Amerikaner diesbezüglich mit 68 % wesentlich ausgeprägter.

 

  • Lange touristische Aufenthalte und überdurchschnittliche Ausgaben

68 % der Amerikaner begeben sich für einen Wanderaufenthalt in die Schweiz. Für 14 % ist die Schweiz eine Etappe auf ihrer Europareise.

Eine Analyse zeigt auf, dass ein ausgeglichenes Verhältnis (39 %) zwischen den amerikanischen Besuchern, die 4 bis 7 Nächte in der Schweiz verbringen, und den sich 8 Nächte und länger in der Schweiz aufhaltenden Gästen besteht. Trotzdem kann man feststellen, dass ihr Aufenthalt in ein und derselben Destination (1 bis 3 Nächte) kürzer ist als bei den übrigen Quellmärkten.

Die täglichen Ausgaben der Amerikaner sind höher als diejenigen der übrigen Touristen. Insgesamt bewegt sich der Anteil der Touristen, die höchstens 100 CHF während ihres Aufenthalts in der Schweiz täglich ausgeben, bei 42 %. Bei den Amerikanern liegt dieser Anteil lediglich bei 22 %. Ein Drittel gibt an, dass sich die Ausgaben zwischen 100 und 199 CHF befinden, während 11 % von ihnen mindestens 500 CHF täglich ausgeben (3 % bei den übrigen Touristen).

 

  • Vorwiegend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs

Die Amerikaner reisen hauptsächlich mit dem Zug (62 %). Das Auto ist das zweithäufigste Verkehrsmittel. Rund 8 % erklären, dass sie die städtischen Verkehrsmittel (Bus oder Metro) benützen. Diese Tendenz ist bei den Amerikanern ausgeprägter als bei der Gesamtheit der touristischen Besucher (4 %).

 

  • Liebhaber von Luxushotels

Das Hotel ist die am meisten benützte Unterkunftsart (54 %) vor den nichtkommerziellen Ferienwohnungen (17 %). Die Amerikaner bevorzugen Plattformen der Art von Airbnb gegenüber Reisebüros. Die Beliebtheit der Plattform Airbnb in Amerika könnte diesen Umstand erklären.

Source : TMS 2017

Die Kategorie von Amerikanern, die das Hotel bevorzugt, entscheidet sich für Hotels der Luxusklasse. Mehr als 59 % übernachteten in Vier- oder Fünfsterne Unterkünften. Mehr als 20 % der Amerikaner haben ihre Unterkunft in einem Fünfsterne Hotel reserviert. Dieser Anteil ist fast 2.5 Mal höher als derjenige bei den übrigen Märkten (8 %).

Quelle: TMS 2017

 

  • Onlinekommentare als wichtigste Informationsquelle

Eine Mehrheit stützt sich auf die Empfehlungen ihrer Familie und ihrer Freunde (57 %). Entgegen dem Verhalten anderer Touristen vertrauen die Amerikaner vorzugsweise Onlinekommentaren und Diskussionsforen (43 %). Anlässlich der Vorbereitung ihrer Schweiz-Reise ist bei den Amerikanern die Konsultation von Reiseführern weit verbreitet.

 

  • Auf der Suche nach unberührter Natur und kulturellen Aktivitäten

Wie bei zahlreichen anderen Touristen wollen die Amerikaner von den Naturbesonderheiten der Schweiz, d. h. in erster Linie von den Bergen und der Natur profitieren. Sie suchen auch Hochgebirgserfahrungen und Zugang zu den Flüssen und Seen. Das Bedürfnis nach «Entspannung» und «Ruhe» wird weniger häufig erwähnt als bei anderen Märkten. Zur Entspannung bevorzugen die Amerikaner Erlebnisse in der Stadt und an historischen Stätten.

Wandern (48 %) ist die beliebteste sportliche Aktivität während ihres Aufenthalts in der Schweiz. Schwimmen (14 %) und Alpinismus/Klettern (10 %) gehören zum Trio der am häufigsten praktizierten Aktivitäten. Ein nicht zu vernachlässigender Anteil (32 %) gibt an, überhaupt keine sportlichen Aktivitäten auszuüben.

Die Amerikaner sind sehr daran interessiert, die kulturellen Komponenten eines Gebietes zu entdecken. Während bei der Gesamtheit der Touristen an erster Stelle der nichtsportlichen Tätigkeiten Seilbahnausflüge stehen, bevorzugen die Amerikaner den Besuch historischer Attraktionen (44 %). Danach kommen das Shopping (42 %) und der Besuch von Naturschutzgebieten (41 %). Kulturelle Aktivitäten (historische, religiöse und militärische Stätten und Museen usw.), geführte Besichtigungen oder auch gastronomische Erlebnisse werden von den Amerikanern häufiger erwähnt als von den übrigen Touristen.

 

  • Mit ihren Erfahrungen in der Schweiz zufrieden

Mehr als einer von zwei amerikanischen Besuchern bereist die Schweiz zum ersten Mal.

Gemäss den Befragten sind dabei die Landschaften, die Schönheit des Landes und die öffentlichen Transportmittel die wichtigsten Pluspunkte.

Das Niveau der Zufriedenheit ist bei den Amerikanern leicht höher (89 %) als bei den übrigen Touristen (87 %). Sie sind in erster Linie mit den Wanderwegen, dem Reservationsverhalten der Tourismusbüros und mit der Sauberkeit des Landes zufrieden.

 

Identitätskarte

Die Amerikaner, welche die Schweiz besuchen, kommen hauptsächlich aus dem Staat Kalifornien, von New York und aus Florida.

Quelle: TMS 2017

 

38 % (mehr als ein Drittel) reisen als Paar und 19 % mit Freunden. 13 % entscheiden sich für eine Solo-Reise. Diese Praxis ist bei den Amerikanern weiter verbreitet als bei den übrigen Märkten (8 %).

Die Amerikaner, welche die Schweiz bereisen, sind jünger als der Durchschnitt der Touristen. Die Generation Y, im Alter zwischen 16 und 35 Jahren, ist stärker vertreten (38 %).

 

 

 

Quelle: *Tourism Monitor Switzerland 2017

Stichprobe total n=21 535; Stichprobe USA = 872

Die Zahlen wurden aufgerundet